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SAXGRÜN33 - Die Hälfte der Macht!?

Liebe Leserin,
lieber Leser,

vor 100 Jahren durften in Deutschland Frauen erstmals wählen und sich wählen lassen. 37 weibliche Abgeordnete zogen 1919 in die Weimarer Nationalversammlung ein. Das entsprach einem Anteil von nahezu neun Prozent und damit einem Wert, der im Bundestag später erst mit dem Einzug der GRÜNEN in den 1980er Jahren wieder erreicht und überschritten wurde.

Das Frauenwahlrecht war als entscheidender Schritt hin zur Gleichberechtigung hart erkämpft. Zuletzt ist der Frauenanteil im Bundestag deutlich zurückgegangen. Im Landtag und in zahlreichen Kommunalparlamenten ist dieser bis heute auf niedrigem Niveau. Nichts ist für immer errungen und auch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts kann von tatsächlicher politischer Gleichberechtigung noch nicht die Rede sein. Auch in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Medien klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit an vielen Stellen noch eine eklatante Lücke.

In dieser SAXGRÜN-Ausgabe diskutiert unsere gleichstellungspolitische Sprecherin Katja Meier mit zwei engagierten Frauen, was Politik unternehmen muss, damit Gleichberechtigung in den Parlamenten erreicht und auch in allen anderen Bereichen die gläsernen Decken endlich durchbrochen werden können. Ein Blick in die Geschichte ist dabei hilfreich: So wie es vor 100 Jahren für den Kampf um gleiche Rechte Bündnisse brauchte, ging auch in der Friedlichen Revolution 1989/90 der Unabhängige Frauenverband neue Bündnisse ein. Bei den ersten freien Wahlen in Ostdeutschland trat er mit der Grünen Partei und später mit BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an. Nur mit diesem Bündnisgedanken schaffen wir es, in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft echte Fortschritte hin zu gleicher Teilhabe von Frauen in diesem Land zu erreichen.

Ich wünsche Ihnen und Euch viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe der SAXGRÜN!


Wolfram Günther
Fraktionsvorsitzender

Download:

» Fraktionszeitung SAXGRÜN33 (Mai 2019): Mobilität von gestern? (PDF, 1 MB)

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