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Anhörung zum GRÜNEN-Antrag "Palliativ- und Hospizversorgung weiterentwickeln" im Landtag

Dresden. "Sterben betrifft jeden – aber das verdrängen wir gern. Eine gute Palliativmedizin und ausreichend Hospizplätze sind dringend notwendig, um ein selbstbestimmtes Sterben in Würde zu garantieren", meint Volkmar Zschocke, sozialpolitischer Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, und fügt hinzu: "Auch in Sachsen sterben viele Menschen nach wie vor allein und in fremder Umgebung." Die im Oktober veröffentlichte Bertelsmann Studie "Faktencheck Palliativversorgung" belegt, dass die meisten Menschen im Krankenhaus sterben.
Um diese Situation zu verändern, erarbeitete die GRÜNE-Landtagsfraktion den Antrag "Palliativ- und Hospizversorgung weiterentwickeln" (mehr Informationen zu den Inhalten des Antrages siehe unten*), zu dem am 30. November eine Anhörung im Landtag stattfand.

"Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) betonte zur Verabschiedung des Hospiz- und Palliativgesetzes (HPG) im Deutschen Bundestag >>Würdiges Sterben muss überall möglich sein<<."
"Die Begleitung und Versorgung Schwerkranker, sterbender und trauernder Menschen braucht mehr als Lippenbekenntnisse im Koalitionsvertrag", fordert Zschocke.

"Eine Bestandsaufnahme der Hospizangebote allein ist nicht ausreichend. Sachsen muss an den Versorgungsdefiziten arbeiten, die in der Hospizstudie von 2013 und in der Anhörung angesprochen worden. So hat die Landeshauptstand Dresden nach wie vor kein stationäres Hospiz und Regionen in Ostsachsen sind im Hinblick auf ambulante Palliativversorgung noch immer unterversorgt. Die Sachverständigen unterstützten daher unsere Forderung nach einer Fortschreibung der Konzeption zur Hospiz- und Palliativarbeit in Sachsen."
Dr. med. Sylvia Schneider, Vorstandsvorsitzende vom Landesverband für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen e.V., fordert die Staatsregierung und das Sozialministerium auf, endlich die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland zu unterzeichnen. Sachsen ist das einzige Bundesland, das den Charta-Prozess nicht offiziell unterstützt. Die Sachverständigen fordern ein politisches Signal, durch die Gründung Runder Tische in den Landkreisen und kreisfreien Städte, mehr Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema würdevolles Sterben und ein aktives Werben für neue Ehrenamtliche.

» GRÜNER Antrag "Palliativ- und Hospizversorgung in Sachsen weiterentwickeln" (Drs.6/1872)

» Hospizstudie von 2013

» Bertelsmann Studie: Sterbeort Krankenhaus – Regionale Unterschiede und Einflussfaktoren

 

* Der Antrag der GRÜNEN-Fraktion betrachtet die aktuelle Hospiz- und Palliativversorgung im Freistaat und Weiterentwicklungsnotwendigkeiten. Die Frage ist, ob Versorgungslücken bestehen. Die Fraktion will vor allem die ländlichen Regionen in den Blick nehmen. Außerdem sollen die Bedürfnisse Sterbender und deren Angehöriger genauer betrachtet werden. Um das zu erreichen, fordert die GRÜNE-Fraktion eine Fortschreibung der Konzeption zur Hospiz- und Palliativarbeit im Freistaat Sachsen, die seit 2007 nicht mehr weiterentwickelt worden ist. Anlässlich der Fortschreibung soll die Staatsregierung neue Angebote zu entwickeln, die pflegende Angehörige besser unterstützen und Familien im Trauerprozess begleiten. Besondere Bedürfnisse, zum Beispiel von behinderten Menschen im Sterbeprozess, sollen in den Fokus rücken. Bildungsangebote für Ärzte, Pflegende und multiprofessionelle Teams im Bereich Palliativmedizin, Palliative Care und Hospizarbeit sollen stärker vom Land gefördert werden.

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