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Auftaktveranstaltung der Reihe "Grüne Hochschuldebatten" in der TU Dresden am 1. November 2005

Mit einem Podiumsgespräch unter dem Titel "Geht die TU stiften?" startete die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am 1. November 2005 ihre Veranstaltungsreihe "Grüne Hochschuldebatten". Nachdem die Podiumsteilnehmer Prof. Dr. Kokenge (Rektor der TU Dresden, Prof. Dr. Martin Schulte (Dekan der Juristischen Fakultät der TU Dresden), Dr. Christoph Conrads (Geschäftsführer der Trägerstiftung Georg-August-Universität Göttingen) und Peter Grünberg (Geschäftsführer des Studentenrats der TU Dresden) ihre Positionen zur Stiftungsuniversität und der Zukunft der TU Dresden kurz umrissen hatten, wurde mit dem Publikum das Pro und Contra einer Stiftungsuniversität TU Dresden diskutiert. 

Dabei zeigte sich, dass die Pläne, die TU Dresden in eine Stiftung öffentlichen Rechts umzuwandeln, unter Studenten und Hochschullehrern der TU heftig umstritten sind. Auf der gestrigen Veranstaltung der grünen Landtagsfraktion „Geht die TU stiften?“ diskutierten Gegner und Befürworter des Stiftungsmodells mit über 80 Teilnehmern Pro und Contra der Reformpläne.

Die Argumente des Rektors der TU, Prof. Dr. Hermann Kokenge, mit der Stiftungsuniversität mehr Wettbewerbsfähigkeit, schnellere Entscheidungen und die stärkere Einwerbung von Wirtschaftsgeldern zu verbinden, überzeugten nicht alle Teilnehmer der Veranstaltung. So äußerte der Stiftungsrechtler Prof. Dr. Martin Schulte grundsätzliche Zweifel an dem Sinn des Vorhabens. Angesichts des nicht vorhandenen Stiftungskapitals gliche die geplante Konstruktion als Stiftung öffentlichen Rechts einem „Känguru mit leerem Beutel“. Hinter den Plänen zur Stiftungsuniversität stehe vielmehr die Einführung einer straff geführten Managementuniversität anstelle der demokratisch organisierten Gruppenuniversität.

„Auch ein Känguru mit leerem Beutel kann große Sprünge machen“, erwiderte Dr. Christoph Conrads, Leiter der Trägerstiftung der Universität Göttingen. Er bezeichnete die bisherigen Erfahrungen als Stiftungsuniversität in Göttingen als durchaus positiv. So sei ein neues Gemeinsamkeitsgefühl an der Universität spürbar und liefen Entscheidungen wesentlich zügiger und effizienter ab.

Für die TU Dresden wird die Umwandlung in ei-ne Stiftung öffentlichen Rechts seit geraumer Zeit diskutiert. Mit der kürzlich erfolgten Förderung des Projektes durch die Heinz-Nixdorf-Stiftung hat die Debatte zusätzliche Nahrung bekommen. Auch wenn ein eigenes Gesetz für die Stiftungsuniversität unwahrscheinlich ist, kann die Umsetzung durch die große Novellierung des Hochschulgesetzes in greifbare Nähe rücken. In Hochschulöffentlichkeit wie Politik ist jedoch noch weitgehend unklar, was eine Stiftungsuniversität für die TU Dresden wirklich bringt.

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