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Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN trauert um Elke Herrmann

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN trauert um ihre ehemalige Abgeordnete Elke Herrmann. Sie ist nach schwerer Krankheit im Alter von 61 Jahren am 21. Dezember verstorben. Am Freitag, 5. Januar, findet die Trauerfeier in Crimmitschau statt.

Elke Herrmann wurde in der Friedens- und Umweltbewegung der DDR politisch geprägt. Viele Jahre war sie Kreisrätin für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landkreis Zwickauer Land. 2004 wurde sie über die Landesliste von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in den Landtag gewählt. Auch in der folgenden Legislatur bis 2014 gehörte sie der Fraktion an. In dieser Zeit war Elke Herrmann als sozialpolitische Sprecherin für den Ausschuss Soziales und Verbraucherschutz sowie den Petitionsausschuss verantwortlich.

Elke Herrmann machte sich für die Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen stark. Sie initiierte den Kinderrechtspreis der GRÜNEN-Fraktion. Auch auf die schwierige Situation minderjähriger Mütter lenkte sie breite öffentliche Aufmerksamkeit. Ihrem jahrelangen Drängen ist es zu verdanken, dass sich die Regierung mit dem hohen Crystal-Konsum in Sachsen auseinandersetzte und 2014 endlich einen entsprechenden 10-Punkte-Plan zur Prävention und Bekämpfung auflegte.

Mit großem Engagement, Enthusiasmus und voller Überzeugung setzte sie sich für die Verbesserung der Lebenslagen vieler Menschen in Sachsen ein. Immer wieder stellte sie sich an die Seite derer, die keine breite Lobby in unserer Gesellschaft haben: suchtkranke Menschen, Menschen mit psychischen Erkrankungen, Pflegebedürftige oder ehemalige DDR-Heimkinder. Lange waren die Betroffenengruppen mit ihren Problemen allein gelassen worden.

Schon bevor der Zuzug von Flüchtlingen die Schlagzeilen beherrschte, kämpfte Elke Herrmann für eine humanitäre Flüchtlings- und Asylpolitik in Sachsen. Engagiert stritt sie für die Belange von behinderten Menschen, zum Beispiel für Barrierefreiheit bei Wahlen und die Beseitigung der Wahlrechtsausschlüsse. Auch schwierigen ethischen Fragen bei der Sterbebegleitung und Palliativversorgung ging sie nicht aus dem Weg. Nicht zuletzt lag ihr ein besserer Tierschutz am Herzen, den sie mit einem Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände unterstützen wollte.

Über die intensive Arbeit im Landtag und in der Fraktion hinaus hat sich Elke Herrmann viel Zeit für die Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern, Initiativen und Vereinen genommen.
Sie hat viele Menschen darüber ins Gespräch gebracht, wie unsere Gesellschaft offener, bunter, wärmer und gerechter werden kann.

Elke Herrmanns Tod ist ein großer Verlust. Mit Hochachtung und in tiefer Zuneigung werden wir sie in Erinnerung behalten.

Wir trauern mit ihrer Familie.

» Traueransprache zur Beisetzung von Pfarrer Peter Spalteholz

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