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Flath muss Schulverweigerung endlich ernst nehmen! Grüner Antrag „Coole Schule“ fordert Einführung des erfolgreichen Projektes in Sachsen.

Die Grünen im Sächsischen Landtag fordern Kultusminister Flath zum raschen Handeln gegen Schulverweigerung auf. Nach Ansicht der Landtagsfraktion gebe die aktuelle Studie der TU Dresden zum Thema ein deutliches Alarmsignal (LVZ/DNN, 25.10.2005, S. 1 und 4). „Das Problem der Schulverweigerung liegt wesentlich tiefer als das oft verharmloste Schulschwänzen“, so die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Astrid Günther-Schmidt.

„Die Überlastung der Lehrkräfte, überfüllte Klassen, lange Anfahrtswege und kaum Beratungsangebote durch die Regionalschulämter haben zur Konsequenz, dass Problemschüler abgeschrieben werden. Diesen Umstand muss der Kultusminister endlich ernst nehmen“, kritisiert Astrid Günther-Schmidt. In den meisten Fällen verbergen sich hinter Schulverweigerung soziale und familiäre Problemlagen, mit denen auch sächsische Schulen nicht umgehen könnten. Ähnlich wie bei der hohen Zahl an Schulabgängern ohne Abschluss seien jedoch trotz der Erkenntnisse keine Konzepte des Kultusministeriums erkennbar, die dem Abhilfe schaffen könnten. Die weitere Hinnahme von annähernd 3.500 Schulverweigerern in Sachsen sei unverantwortlich.

Die Bildungsexpertin warnte davor, dem Problem vordergründig mit Bußgeldern oder polizeilicher Zuführung zu begegnen. „Die Androhung von Bußgeld und Strafverfahren hat sich längst als pädagogisch kontraproduktiv erwiesen. Gefragt sind intelligente Lösungen für dieses vielschichtige Problem“. Zahlreiche pädagogische Konzepte haben gezeigt, dass eine Einzelfallbetreuung durch Sozialpädagogen und kleine Fördergruppen Schulverweigerer wieder in die Schule integrieren können. Als herausragendes Projekt habe sich das Programm „Coole Schule“ an verschiedenen deutschen Brennpunktschulen ergeben. Die daraus erarbeiteten Konzepte zur individuellen Förderung von Schulverweigerung unter Einbindung ihres sozialen Umfeldes müssten nun zügig an sächsischen Schulen umgesetzt werden. Ein entsprechender Antrag der grünen Fraktion werde im Schulausschuss am 4. November 2005 behandelt. „Ich hoffe auf eine breite Unterstützung unseres Antrages. Verzögerungen können uns im Interesse der betroffenen Schüler nicht leisten“ so Astrid Günther-Schmidt abschließend.

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