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Für eine Fansozialarbeit - Raus aus dem Abseits

Die grüne Fraktion im Sächsischen Landtag hat heute ihren Antrag "Pro Fußballfans: Für eine Fansozialarbeit - Raus aus dem Abseits!" (Drs. 4/ 3246) vorgestellt. In diesem Antrag fordert die Fraktion, die Arbeit der sächsischen Fußball-Fanprojekte mit eigens dafür ausgewiesenen Landesmitteln zu unterstützen. Zudem soll die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Fanprojekten weiter verbessert werden.

"Die steigenden Erwartungen im Vorfeld der Fußball-WM und das große Gewaltpotential beim Fußball stehen im Widerspruch zur personellen Unterbesetzung und zur Finanzierungsunsicherheit der Fanprojekte in Sachsen", kritisiert Elke Herrmann, die sozialpolitische Sprecherin der grünen Fraktion.

In ihrer Stellungsnahme zum grünen Antrag hat die Staatsregierung angekündigt, im Rahmen der Jugendhilfeförderung, eine Förderform für Fanprojekte mit eigens ausgewiesenen Landesmitteln zu prüfen. "Dieser Schritt geht in die richtige Richtung", so Elke Herrmann, die Initiatorin des Antrags. "Wir brauchen eine bedarfsgerechte, zeitliche unbefristete Finanzierung. Diese soll ressortübergreifend und unabhängig von der Ligazugehörigkeit der jeweiligen Vereine sein."

"Die Zusammenarbeit zwischen Fanprojekten und Polizei muss zudem weiter verbessert werden", so Herrmann. Häufig beklagen Fanprojekte eine unzureichende Akzeptanz seitens der Polizei bei Auswärtsspielen. Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit sind aber hauptamtliche und qualifizierte Mitarbeiter. "Denn die WM geht vorbei, die Probleme bleiben."


Beim jüngsten, in die Schlagzeilen gekommenen Auswärtsspiel des 1. FC Lok Leipzig in Wurzen erhielt der Fanprojekt-Mitarbeiter nicht die Telefonnummer des zuständigen Einsatzleiters der Polizei. Trotz seines Fußballverbandsausweises hinderten Polizeibeamte den Fanprojektmitarbeiter bei seinen Versuchen deeskalierend einzugreifen.

In Sachsen gibt es derzeit nur fünf hauptamtliche Fansozialarbeiter (3 bei Dynamo Dresden, 1 in Aue, 1 in Leipzig). Die grüne Fraktion sieht dringenden Bedarf in Chemnitz, Zwickau und mindestens für eine weitere Stelle in Leipzig.

Neben Baden-Württemberg beteiligt sich Sachsen als einziges Bundesland nicht ab der Drittelfinanzierung im Sinne des 'Nationalen Konzepts Sport und Sicherheit'. Diese Drittelfinanzierung ist Voraussetzung für eine finanzielle Förderung durch den DFB.
Vier der hauptamtlichen Stellen in Sachsen werden derzeit ausschließlich von Kommune und dem DFB bzw. dem Verein bezahlt. Nur in Dresden gibt es seit Herbst diesen Jahres eine Stelle im Rahmen eines Modellprojektes, die von der Staatsregierung finanziert wird.

Elke Herrmann hatte zum Thema auch sechs Kleine Anfragen gestellt (Drs. 4/3225 - 4/3230).

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