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Sachsens Staatsregierung will mit Planwirtschaft den Ausbau der erneuerbaren Energien stoppen

Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) bringt die Planwirtschaft in den Bundesrat. Er schlägt statt des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) ein sogenanntes „Quotenmodell“ vor. Die Strategie sieht dabei so aus, dass das EEG abgeschafft wird und der Staat feste Einspeisequoten für erneuerbare Energien (EE) ausschreibt. Im September ist ein internes Papier der FDP-Bundestagsfraktion unter dem Namen „Brüderle-Papier“ aufgetaucht. Warum die FDP nun eine Quotenregelung statt dem EEG fordert, schreibt sie in diesem Papier: "Der weitere Erneuerbare Energien-Ausbau würde zunächst einmal komplett zusammenbrechen („Abwürgen von Öko-Investitionen“)...[obwohl] „nicht unbedingt gesagt“ sei, dass das Gesamtsystem billiger werde. Das Quotenmodell ist ein planwirtschaftlicher Ansatz und somit genau das Gegenteil des marktbasierten EEGs.
Genau das zeigen übrigens die Erfahrungen in Großbritannien: das Quotenmodell ist teurer und nur die Großen kommen zum Zug.

Beispiel für das Quotenmodell:
Ein Windpark bietet die Strommenge X für 13 Cent die Kilowattstunde an. Zusätzlich rutscht noch das Stromangebot aus einer Photovoltaik-(PV)-Freiflächenanlage mit 18 Cent die Kilowattstunde in die abgefragte Gesamtstrommenge. Der Windparkbetreiber, der eigentlich nur 13 Cent haben wollte, bekommt jetzt 18 Cent/kWh. Die Folge:
Nicht Investoren in neue Technologien, sondern die Betreiber bereits marktgängiger EE-Anlagen werden großzügig belohnt. Das macht EE-Strom teuer und fördert technologischen Stillstand.

Wie würde ein Quotenmodell in Deutschland wirken?
Mit einem Quotenmodell in Deutschland würde voraussichtlich nur noch in Binnenland-Windanlagen und PV auf Freiflächen investiert, weil sie spezifisch die günstigsten sind. Investitionen in Biomasse oder Geothermie, aber auch PV-Dachanlagen wären komplett abgewürgt. Wind-Offshore, wo man eine steile Lernkurve bezüglich der Kosten erwarten dürfte, hätte dann keine Chance sich zu entwickeln.

Das marktwirtschaftliche EEG hat in Deutschland zu einem rasanten Ausbau der Erneuerbaren Energien geführt, einer besonders erfolgreichen Innovationsentwicklung und zu einer schnellen Produktionskostensenkung. Das EEG hat Deutschland zum Technologieführer in der Welt gemacht.
Nirgendwo auf der Welt gibt es in Ländern mit Ausschreibungs- oder Quotenregelungen auch nur annähernd ähnliche Ausbau- und Kostensenkungserfolge.

» „Brüderle-Papier“ (PDF) auf der Seite von Hans-Josef Fell (MdB)
  

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