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Streit um Glyphosat - oder: Was heißt denn hier gefährlich?

Die EU hat die seit Tagen umstrittene Entscheidung zur Verlängerung der (Wieder-)Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat vertagt.

Das lange im Verborgenen schwelende Thema beherrschte seit Tagen die Medien. Dabei ging es hauptsächlich um die Krebsgefahr für den Menschen. Dieses Risiko ist nach dem bisherigem Stand der Forschung nicht eindeutig nachweisbar - was nicht heißt, dass es nicht existiert.
Was in der Diskussion jedoch völlig unterging, waren die Folgen des zunehmenden Glyphosat-Einsatzes für die Ackerböden. Der Einsatz spare Zeit, Energie und Kosten, weil nicht mehr gepflügt werden müsse, so die Bild-Zeitung in ihrer Ausgabe vom 20.5.2016. Was völlig außen vor bleibt, ist die mittelbare Vergiftung der Umwelt. Auf mit Glyphosat behandelten Äckern werden mittels Gift Pflanzen abgetötet, es fehlen demzufolge Insekten - auch die für den Boden wichtigen Regenwürmer, die vor Bodenerosion schützen; Vögel und andere Tiere finden keine Nahrung mehr, es kommt zu einem massiven Artenrückgang. Am Ende herrscht auf dem Land braune Monotonie. Die Artenvielfalt in Städten ist mittlerweile oft größer ist als die auf dem Land. Und zwar auch durch den vermeintlich so harmlosen Einsatz von Glyphosat. Wir haben nicht nur eine Verantwortung für uns, sondern auch für die Umwelt - das sollten wir immer wieder vor Augen führen.

Frankreich hätte mit 'Nein' gestimmt. Als Grund wird die hormonelle Wirkung genannt. Weitere Studien dazu seien 2017 zu erwarten.
Diese Haltung entspricht im Grunde dem EU-weit praktizierten Vorsorgemodell.
Wir warten gespannt, ob die SPD bei ihrer klaren Haltung und ihrem Nein bleibt. Dann muss sich Deutschland bei der Abstimmung enthalten und die Wiederzulassung des Totalherbizids Glyphosat stünde in Frage. Bis zum 30. Juni muss eine Entscheidung gefallen sein.

 

» GRÜNE-PM-33: "Anhörung im Landtag zu Pestiziden – GRÜNE und LINKE: Staatsregierung muss Einsatz stärker reglementieren" vom 22.1.2016

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