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Teilnehmerrekord: Rund 320 Gäste beim 6. Klimakongress der GRÜNEN-Landtagsfraktion

Eröffnung Klimakongress
Eröffnung Klimakongress

Fraktionschefin Antje Hermenau kritisierte in ihrer Eröffnungsrede im
Hörsaalzentrum, dass die Energiewende in Deutschland unter der schwarz-gelben Bundesregierung zum Stillstand zu kommen droht. "Mittlerweile ist Deutschland vom Vorreiter auf dem internationalen Parkett zum Bremser beim Klimaschutz geworden. Dabei könnte sich die EU deutlich herausforderndere Ziele setzen. 20 Prozent C02-Minderung sindschon fast erreicht. Bis zum Jahr 2020 wäre eine Reduktion der Treibhausgase von 30 und mehr Prozent möglich."

Als Grund für den Widerstand von CDU und FDP machte Hermenau "knallharte Wirtschaftsinteressen" aus. "Die Erzeugung des Stroms aus erneuerbare Energien liegt zur Hälfte in der Hand der Bürgerinnen und Bürger sowie kleiner und mittlerer Unternehmen. Die vier großen Stromkonzerne verlieren einen Teil ihrer Wirtschaftsmacht. Insofern ist das Braunkohle-Mantra von Ministerpräsident Stanislaw Tillich und CDU und FDP in Sachsen keine Überraschung."

Prof. Martin Jänicke (FU Berlin), Mitglied der Wachstums-Enquetekommission des Bundestages, warnte davor, die Diskussion über Pro und Contra des Wachstums zu überschätzen. Trotz niedrigem Wachstum verzeichnete Deutschland in den letzten Jahren einen deutlichen Arbeitsplatzzuwachs, ein Sinken der Arbeitslosigkeit, einen Rückgang des Rohstoffverbrauchs und die Minderung des CO2-Ausstoßes. Während Deutschland seine Fortschritte im Energiesektor mit einem starken Ausbau der erneuerbaren Energien erreicht hätte, wurden in Großbritannien große Erfolge mit einer Schwerpunktsetzung auf die Effizienztechnologien erreicht. Ein Null-Wachstum helfe dem Klimaschutz
nicht. Nötig wäre eine Politisierung der Klimadebatte.

Prof. Niko Paech (Uni Oldenburg) appellierte für eine stärkere Fokussierung auf Klimaschutz und Globale Gerechtigkeit. Er setzte der Idee des 'Grünen Wachstums' die 'Postwachstumsökonomik' entgegen. Vor Deutschland stehe die Aufgabe, den CO2-Ausstoß pro Einwohner und Jahr von heute durchschnittlich elf Tonnen bis zum Jahr 2050 auf zwei Tonnen zu reduzieren. Ohne eine Schrumpfung des westlichen Wohlstandsmodells wären diese Ziele nicht zu erreichen.

Der Kongress wurde mit der Arbeit in verschiedenen Foren fortgesetzt.

» Infos zum 6. Sächsischen Klimakongress "Wohlstand = Wachstum?"

» Fotostrecke zum 6. Kongress

» Das Video vom Klimakongress

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