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Warum steigen die Strompreise schon wieder?

Zum Jahresbeginn haben viele Stromanbieter wieder die Preise mit dem Argument der gestiegenen Kosten für die erneuerbaren Energien erhöht. Doch das ist nicht schlüssig. Das belegt eine neue Studie im Auftrag der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN:

Richtig ist:

  • Die EEG-Umlage (für erneuerbare Energien) ist vom Jahr 2009 zu 2010 um 0,7 Cent/kWh gestiegen und steigt zum Jahreswechsel 2011 um weitere 1,5 Cent/kWh, damit insgesamt um plus 2,2 Cent/kWh

  • Die KWKG-Umlage (für Kraftwärmekopplung) sinkt vom Jahr 2009 zu 2010 und dann ab 2011 jeweils um 0,1 Cent/kWh - mithin also um insgesamt minus 0,2 Cent/kWh

  • Die Beschaffungskosten sanken wegen niedriger Börsen- und Rohstoffpreise von 2009 zu 2010 um 0,9 Cent/kWh und von 2010 zu 2011 um weitere 0,6 Cent/kWh, insgesamt also um minus 1,5 Cent/kWh

  • Alle sonstigen Kostenpositionen bleiben demgegenüber vergleichsweise unverändert,

  • das ergibt eine resultierende Kostenveränderung von plus 0,5 Cent/kWh plus Mehrwertsteuer von 19% = plus 0,6 Cent

  • Die Preise sind 2010 aber im Schnitt schon von 23,2 auf 23,7 um 0,5 Cent/kWh gestiegen

  • Deshalb gibt es jetzt keine Notwendigkeit zur Preiserhöhung über max. ca. 0,1 Cent/kWh hinaus

Aber:

  • Im Zeitraum von 2006 bis 2010 haben sich die Gewinnmargen der Anbieter um durchschnittlich 1,1 Cent/kWh fast verdreifacht: davon allein 0,7 Cent von 2009 zu 2010

  • Durch die nicht nachvollziehbaren Preiserhöhungen zahlen die Verbraucher im Jahr 2011 deutschlandweit rund zwei Milliarden Euro zuviel an die Stromversorger, wenn diese flächendeckend umgesetzt werden

  • Schon 2010 war ein Rekordjahr für die vier großen Stromkonzerne Vattenfall, EON, ENBW und RWE. Ihr gesamter Jahresgewinn wird auf rund 30 Milliarden Euro geschätzt. Nie zuvor haben sie einen höheren Gewinn eingefahren

Die derzeitigen Preiserhöhungen dienen also lediglich zur Gewinnmaximierung der Stromanbieter. Auch der Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth hat mehrfach deutlich gemacht, dass es nicht gerechtfertigt ist, wenn die Stromversorger den Anstieg der EEG-Umlage an die Endkunden weitergeben.

» Studie der Bundestagsfraktion (PDF)

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