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Wie fahrradfreundlich ist Freiberg?

Wie wichtig das Thema für alle knapp 50 Anwesenden war, zeigte der Wunsch nach einer schadstoff- und lärmärmeren Stadt mit sicheren Wegen, besonders für die Verkehrsteilnehmer zu Fuß und auf dem Rad. Neben Klima- und Lärmschutz brächte das Radfahren aber auch ganz persönliche Vorteile mit sich, wie der Fahrradklima-Test aus dem Jahr 2012 weiter zeigte: die eingesparten Fahrten zur Zapfsäule sind gut für den Geldbeutel und das Mehr an Bewegung stärkt die Gesundheit.

Obwohl Freiberg aufgrund seiner Größe und des Radfahrerpotenzials durch Studenten der TU Bergakademie gute Bedingungen für den Fahrradverkehr bietet, wurde die Stadt im diesem Test des ADFC schlecht bewertet: gerade mal für die Note 4,3 hat es gereicht. Neben Kritik an der Verkehrsinfrastruktur – noch immer fehlende Radlerstreifen und Radwege – wurde auch die geringe Wertschätzung der Fahrradfahrer im Stadtrat bemängelt. Die Mitdiskutierenden wünschten sich daher mehr Offenheit seitens Stadträte gegenüber den Interessen der Radfahrer.
Andererseits betonte Freibergs Baubürgermeister Holger Reuter die Fortschritte im Bereich Radverkehr: Es würden zunehmend Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radler freigegeben und Markierungen für Radler erneuert. Jedoch seien die Kommunen allein kaum in der Lage, den Radwegeausbau allein zu stemmen – finanzielle Hilfe vom Freistaat Sachsen wird gebraucht, nachdem es jahrelang keine Zuschüsse für den Radverkehr gab.

Eva Jähnigen, verkehrspolitische Sprecherin der sächsischen GRÜNEN-Fraktion, stellte konkrete Forderungen auf: 10 Euro pro Kopf und Jahr soll Sachsens Staatsregierung künftig in den Radverkehr investieren. Dies wär ein guter Ausgangspunkt und auch notwendig, um den zunehmenden Fahrradverkehr in Freiberg weiter zu fördern.

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