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Newsletter Landwirtschaft 2/2014

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

Von den etwa 560 in Deutschland lebenden Wildbienen-Arten ist mehr als die Hälfte gefährdet. Bei Honigbienen kommen Winterverluste von bis zu 35 Prozent vor.

Die Ursachen sind in ländlichen Räumen vor allem in der Intensivierung der Landwirtschaft zu suchen. Durch die Beseitigung von blühpflanzenreichen Saumstrukturen, Streuobstwiesen, Hecken und Feldgehölzen sowie wegen der großen Mahdhäufigkeit auf Wiesen und der intensiven Beweidung von Grünland finden die Tiere nur noch wenig Nektar. Häufig ist Raps die einzige Nektarquelle auf weiten Flächen. Doch Raps wird besonders stark mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Deshalb zählt deutscher Rapshonig zu den am stärksten belasteten Honigen auf dem Weltmarkt.

Neben der Nahrungsknappheit ist der hemmungslose Pestizideinsatz in der Landwirtschaft ein weiterer Grund für das Bienensterben. Besonders gefährlich sind Neonicotinoide. Unter deren Einfluss finden Bienen nicht mehr zurück zu ihrem Stock und verenden. Sie sind nicht mehr in der Lage, ihren Mitbewohnern mittels “Schwänzeltanz“ korrekte Angaben zu den Futterquellen zu geben und können nicht die lebensnotwendige richtige Bruttemperatur einhalten, wodurch der Nachwuchs verendet.

Laut Bauernverband ist das Quatsch. Neonicotinoide seien für den Raps- und Maisanbau unabdingbar und für Bienen nicht gefährlich. Diese Ignoranz schadet der Landwirtschaft selbst. Bienen bestäuben etwa 75% unserer wichtigsten Kulturpflanzen und sind somit für die Lebensmittelproduktion von größter Bedeutung. Geht es den Bienen schlecht, wird es auch den Bauern schlecht gehen.

Weil wir das nicht wollen, haben wir einen Antrag (5/13574) gestellt, der Maßnahmen für einen gesunden Lebensraum für Honig- und Wildbienen fordert. Was Sachsens Staatsregierung bisher unternommen hat, reicht nämlich vorn und hinten nicht aus!

Ihr/Euer
Michael Weichert
 

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In dieser Ausgabe unseres Newsletters lest Ihr/Sie:

 1. "Nie wieder Fleisch?" - Ein klares Jein
 2.  Sachsen: Resistente Keime in 80% der untersuchten Schweineställe
 3. Sachsens Grüne legen Tierschutzverbandsklagegesetz vor
 4. Bürgerinitiative erfolgreich: Hühnerfabrik in Prachenau verhindert
 5. Veranstaltungstipp: Freihandel statt fairer Handel

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Mehr Informationen finden Sie auf: www.massentierhaltung-sachsen.de
  

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