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Immer wieder begegnen uns in der Debatte um Klimaschutz und Energiewende Halbwahrheiten und dreiste Lügen. Wir haben deshalb in einem kleinen Quiz mit einigen dieser Mythen aufgeräumt und wünschen viel Spaß beim Rätseln!

1: Welches Land fördert weltweit die größte Menge an Braunkohle im Jahr? (Stand 2016)

a) China
b) Deutschland
c) USA

Antwort

Antwort B: Deutschland förderte im Jahr 2016 171 Millionen Tonnen Braunkohle zu Tage und belegte damit, wie in den Vorjahren, Platz 1 des weltweiten Rankings. Damit produzierte die Bundesrepublik mit 17,3 % der weltweiten Förderleistung eine größere Menge des fossilen Brennträgers als Russland und die USA zusammen, die gemeinsam in etwa genauso viel abbauen wie die Volksrepublik China.
Quelle: Tabelle A-32: Weichbraunkohleförderung 2011–2016: „Die wichtigsten Länder (Top 20) sowie Verteilung nach Regionen und wirtschaftspolitischen Gliederungen“ (Link)
(Zugriff: 09-19)

2: Wie viele Dörfer mussten im Revier der Lausitz dem Kohleabbau bereits ganz oder teilweise weichen?

a) weniger als 30 Ortschaften
b) etwa 60 Ortschaften
c) mehr als 120 Ortschaften

Antwort

Antwort C: Seit den 1920er Jahren mussten allein im Gebiet der Lausitz etwa 120 Ortschaften wegen des Kohleabbaus massive Veränderungen erleiden. Mehr als 80 Dörfer wurden komplett abgebaggert, um die 40 erlitten große Einschnitte und Umgestaltungen. Damit wurden ÜBER 20.000 Menschen umgesiedelt. Besonders hat es dabei sorbische Siedlungsgebiete getroffen, die durch den Abbruch ihrer Ortschaften maßgebliche Einschnitte in ihr kulturelles Zusammenleben hinnehmen mussten. Momentan sind vor allem Dörfer wie Mühlrose und Pödelwitz akut von der Abbaggerung bedroht.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_abgebrochenen_Orte_im_Lausitzer_Kohlerevier
(Zugriff: 09-19)

3: Für die Erzeugung von einem Kilogramm Äpfel werden rund 50 Liter Wasser benötigt. Wie viele Liter Wasser benötigt man zur Erzeugung eines Kilogramms Rindfleisch?

a) ca. 500 L
b) ca. 15.000 L
c) ca. 50.000 L

Antwort

Antwort B: Etwa 15.000 Liter Wasser werden benötigt, bis ein Kilogramm Rindfleisch auf unseren Tellern landet. Das ist ungefähr die benötigte Menge Wasser, um einen 4 Meter x 2,5 Meter großen Pool zu 1,5 Meter Wasserhöhe zu füllen. Alternativ könnte man damit auch Ein ganzes Jahr lang täglich duschen oder alle DREI Tage ein Bad nehmen.
Quelle: www.peta.de/wasser
(Zugriff: 09-19)

4: Die Dresdener Eierschecke ist einer der beliebtesten sächsischen Kuchen. Jedoch verursachen Zutaten wie Eier, Quark oder Butter eine gewisse CO2-Emission. Wie oft könnte eine Person mit dem Intercity von Dresden HBF nach Leipzig HBF fahren, um die gleiche Menge CO2 zu verursachen, wie ein Stück (ein Zwölftel) Eierschecke?

a) bis zu 20-mal
b) etwa dreimal
c) man kommt nur etwa bis Dresden-Neustadt

Antwort

Antwort A: Für ein Stück Dresdener Eierschecke kann eine Person etwa 20-Mal die Strecke Dresden-Leipzig mit dem IC/ICE fahren. Beides würde in etwa die selbe Menge an CO2 ausstoßen: 400 Gramm. Ein Auto verursacht auf gleicher Strecke etwa so viel CO2, wie 41 Stücke Eierschecke in der Herstellung erzeugen würden. Wer also den Zug nimmt, ist nicht nur schneller, sondern kann es sich auch umso unbeschwerter schmecken lassen. Guten Appetit!
Die durch eine Mahlzeit ausgestoßene Menge CO2 lässt sich anhand des Rezepts ganz einfach auf der Website www.klimatarier.com/de/ errechnen. Mithilfe des UmweltMobilChecks der Deutschen Bahn kann man die Umweltbilanzen der einzelnen Verkehrswege aufschlüsseln und miteinander vergleichen.
(Zugriff: 09-19)

5: Auf welchem Platz des internationalen Energieverbrauchs-Rankings würde das Internet landen, wäre es ein Land?

a) auf dem 2. Platz
b) auf dem 6. Platz
c) auf dem 31. Platz

Antwort

Antwort B: Direkt vor Kanada und Deutschland würde das Internet Platz 6 der größten Stromverbraucher belegen. An der Spitze befinden sich die zwei bevölkerungsreichsten Staaten China und Indien sowie die USA, die zudem durch viele Technik- und IT-Konzerne einen hohen Verbrauch in der Industrie verzeichnen. Den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch hat übrigens Island, das seine vielen Metallverarbeitungswerke aber alle ausschließlich mit Strom aus Erdwärme und Wasserkraft versorgt.

Quelle: www.laenderdaten.de/energiewirtschaft/elektrische_energie/stromverbrauch.aspx, www.entega.de/blog/stromverbrauch-weltweit/
(Zugriff: 09-19)

6: Wie viele moderne Windenergieanlagen müsste Sachsen aufstellen, um seinen ganzen Strombedarf decken zu können?


a) ca. 3.000 Windräder, 2 % der Landesfläche
b) ca. 13.000 Windräder, 8 % der Landesfläche
c) mehr als 20.000 Windkraftanlagen und 12 % der Landesfläche

Antwort

Antwort A: Mit Einhaltung eines Mindestabstandes von 1.000 m zu Siedlungsgebieten und ohne Anlagen in Wald- und Schutzgebieten lässt sich der Gesamtstrombedarf des Freistaates ausschließlich durch Windkraft decken. Dazu sind nur 2 % der Landesfläche nötig, auf denen etwa 3.000 Windkraftanlagen gebaut werden.
Davon können mehr als neun Zehntel als sogeannte Abstandfsläche zwischen den Anlagen weiter landwirtschaftlich genutzt werden.
Quelle: www.wind-energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/publikationen-oeffentlich/themen/01-mensch-und-umwelt/03-naturschutz/bwe_potenzialstudie_kurzfas-sung_2012-03.pdf
(Zugriff: 09-19)

7: Durch die Luft, unser Trinkwasser oder durch unsere Nahrung nehmen wir täglich kleinste Plastikteilchen in unseren Organismus auf. Welchen Gegenstand könnte man herstellen, wenn man eine Woche lang das konsumierte Mikroplastik sammeln würde?

a) eine Filzstiftkappe (2 Gramm)
b) eine Kreditkarte (5 Gramm)
c) einen Kleiderbügel (21,5 Gramm)

Antwort

Antwort B: In der Woche nimmt der Mensch etwa 5 Gramm Plastik in Form von mikrometergroßen Partikeln zu sich. Daraus ließen sich Plastikgegenstände in der Größe eines Kugelschreibers oder einer Kreditkarte nachbilden. Unter anderem befindet sich das Mikroplastik durch Kosmetika, Autoverkehr und Feinstaub sowohl in der Luft als auch in Flüssen, Meeren und dem Grundwasser. Dadurch gelangt es entweder auf direktem Wege oder durch unsere Nahrungsaufnahme in den Körper. Damit „essen“ wir nicht nur jede Woche quasi eine Kreditkarte, sondern auf den Monat gerechnet etwa einen Kleiderbügel.
Quelle: mobil.wwf.de/2019/juni/wuerden-sie-eine-kreditkarte-essen/, www.wwf-jugend.de/blogs/11837/8633/der-plastikwahn-in-uns
(Zugriff: 09-19)

8: Eine Alternative zu Plastiktüten sind Stoffbeutel, die eine geringere Umweltbelastung darstellen können. Wie oft muss ein Beutel in etwa getragen werden, damit seine Umweltbilanz besser ist als die der Plastiktüte?

a) der Beutel ist schon beim ersten Mal tragen effizienter
b) er muss etwa 20-mal genutzt werden
c) es braucht bis zu 100 Nutzungen, dass ein Stoffbeutel umweltschonender ist

Antwort

Antwort: Um den Stoffbeutel auch ressourcenschonend einzusetzen, muss er mindestens 100-mal getragen werden. Die zur Produktion benötigte Baumwolle muss viel gedüngt und gewässert werden. Deshalb sollte der Beutel auch möglichst immer griffbereit sein, um ihn so viel wie möglich zu nutzen. Da er jedoch biologisch abbaubar ist, verschmutzt die Stoffvariante, anders als die Plastiktüte, nicht die Umwelt.
Quelle: www1.wdr.de/wissen/mensch/baumwolltaschen-papiertueten-oekobilanz-100.html
(Zugriff: 09-19)

9: Wie viele Produkte eines Supermarktes würden komplett fehlen oder zumindest Mangelware sein, wenn es keine Bienen mehr gäbe?

a) nur einige Obst- und Gemüsesorten, etwa 10 %
b) lediglich Honig und mit Honig gesüßte Produkte, 1 %
c) bis zu 60 % der Regale wäre leer

Antwort

Antwort C: Bienen gehören zu den wichtigsten Fremdbestäubern überhaupt. Zahlreiche Obstsorten wie Kirschen, Erdbeeren und Pfirsiche, aber auch Baumwolle oder Nüsse verteilen ihre Pollen über die Fluginsekten und pflanzen sich auf diese Weise fort. Ein Supermarkt hat im Jahr 2018 in Kooperation mit dem NABU alle Produkte aus den Regalen geräumt, die immerhin in Bestandteilen mithilfe von Bienen erzeugt worden sind – etwa 60 Prozent des Sortiments fehlten. Auch viele Pflegeprodukte, Tiefkühlkost und Süßigkeiten könnten nicht mehr herkömmlich produziert werden. Die Aktion sollte auf die Folgen des Bienensterbens aufmerksam machen: Die Größe des Bienenbestandes ist in den letzten 30 Jahren um 75 % geschrumpft. Wirtschaftlich erbringen Bienen als drittwichtigstes Nutztier jährlich etwa 500 Milliarden Euro Umsatz.
Quelle: www.spiegel.de/wirtschaft/service/bienensterben-penny-aktion-in-hannover-so-leer-waere-ein-supermarkt-ohne-bienen-a-1207703.html
(Zugriff: 09-19)

10: Jährlich sterben in Deutschland mehrere Millionen Vögel durch menschliche Einflussnahme. Wodurch verenden die meisten Vögel?

a) Fensterscheiben
b) Windenergieanlagen
c) Straßenverkehr

Antwort

Antwort A: Laut Schätzungen verschiedener Naturschutzverbände sterben jährlich etwa 18 Millionen Vögel durch Kollisionen mit Glasscheiben, ca. 10 Millionen im Straßenverkehr und ungefähr 2 Millionen durch Hochspannungsleitungen. Nur 10.000 bis 100.000 Tiere werden durch Windenergieanlagen getötet, jedoch lässt sich diese Zahl durch Optimierung der Planungsprozesse weiter verringern. Auch bedrohte Vogelarten wie der
Rotmilan sterben im Vergleich nicht übermäßig häufig durch Windräder.
Quelle: www.bund-rvso.de/windenergie-windraeder-voegel-fledermaeuse.html, twitter.com/br_quer/status/1155863875570556929
(Zugriff: 09-19)

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