3. Februar 2012

48./49. Landtagssitzung aus grüner Sicht


Aktuelle Debatte zum Antibiotikaeinsatz: Mehr artgerechte Tierhaltung

Nach Ansicht der GRÜNEN-Fraktion muss der Einsatz von Antibiotika in allen Bereichen, insbesondere der massenhafte Gebrauch in der Tierhaltung drastisch gesenkt werden.
"Jahrelang haben uns Regierung und Geflügelwirtschaft gesagt, es gäbe keinen flächendeckenden Antibiotikaeinsatz in der Tiermast. Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Nach einer Studie aus Nordrhein-Westfalen zum Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast wurden 96,4 Prozent aller Tiere antibiotisch behandelt. Sie bekamen bis zu acht verschiedene Wirkstoffe pro Mastdurchgang", erklärt Michael Weichert, agrarpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Fraktion. „Mit unserem Antrag fordern wir die Sächsische Staatsregierung auf, die Subventionierung der Massentierhaltung endlich zu beenden und damit zu beginnen, eine artgerechte Tierhaltung zu fördern. Verbraucherschutzministerin Christine Clauß (CDU) ist in der Pflicht, endlich zu reagieren. Bisher hat die Staatsregierung dieses brisante Thema verschlafen."

Die CDU warf den Grünen eine Verunglimpfung der Landwirtschaft vor. Der verbraucherpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Sebastian Fischer, verstieg sich sogar zu der These Sachsen brauche keine Regeln für den Antibiotikaeinsatz, Sachsen habe sie schon.

Julia Bonk, verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion LINKE monierte: "Wenn es keine Regelung für den Einsatz von Antibiotika gibt, bleibt für Menschen mit niedrigen Einkommen nur das mit antibiotikaresistenten Keimen versetzte Fleisch, das trotz und angesichts zu weniger Kontroll- und Informationsbemühungen der Behörden in Umlauf ist.“

Hygiene- und Haltungsbedingungen müssen  verbessert werden. Doch die Schlußfolgerung von Verbraucherschutzministerin Clauß offenbart große Unwissenheit. Die bloße Forderung, den Antibiotikaeinsatz zu minimieren, greift zu kurz. „Beispielsweise können Haltungs- oder Hygienemängel in der Nutztierhaltung zu Krankheiten führen, die behandelt werden müssen“, sagt Clauß ohne an den schlechten Haltungsbedingungen zu rütteln. Die Verbraucher sollen den Antibiotikaeinsatz scheinbar weiter hinnehmen.

» Rede von Annekathrin Giegengack
» Rede von Michael Weichert

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