26. Juni 2009

Johannes Lichdi: Obama hat mit seinen Besuchen gezeigt, dass sich die Werte der Menschenwürde, der Demokratie und der Freiheit gegen die menschenverachtende Ideologie des Rassismus durchsetzen

Lichdi

Es gilt das gesprochene Wort!

(...) es ist schon bemerkenswert, welches Thema die NPD gewählt hat, um wieder einmal das Instrument der Aktuellen Debatte zu missbrauchen. (...)

Da muss dann am letzten Plenartag noch einmal eine Debatte vom Zaum gebrochen werden, in der man richtig provozieren kann und seinem Klientel zeigen kann, dass man immer noch für das Überleben der angeblich "bedrohten weißen Rasse" kämpft.

Das Vorgehen ist typisch: Chefrassist Gansel schreibt einen antisemitischen Text für die Szene und das ganze kommt dann weichgespült in den Landtag. Dort ergeht man sich in Anspielungen, aber die Naziszene weiß, was gemeint ist.

Unter der Überschrift "Afrika erobert das Weiße Haus" bezeichnete Gansel die Wahl Barack Obamas als "Kriegserklärung" und das Ergebnis einer – so wörtlich – "Allianz von Juden und Negern". (...)

Obamas Dresden-Besuch tut der NPD weh, weil der Präsident mit der Frauenkirche einen Ort aufgesucht, der für die Versöhnung zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern steht. Die NPD aber unterliegt der Wahnvorstellung, dass sich Deutschland im dauernden Kriegszustand mit aller Welt befinden müsse, um daraus irgendwann einmal siegreich hervorzugehen.

Das eigentliche Ärgernis des Obama-Besuchs für die NPD ist aber der Besuch des amerikanischen Präsidenten im ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald, das für die deutsche Schuld an Diktatur und Völkermord steht.

Mit zwei Dingen kann die NPD eben partout nicht leben: Mit der Wahrheit und dem Willen zum Frieden der Deutschen!

» Vollständiger Wortlaut als PDF zum herunterladen (2009-06-26; 140. Sitzung)

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