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Rede | 10.04.19

Mobbing an Schulen – Zais: Niemand ist im Kampf gegen Mobbing unglaubwürdiger, als die AfD, die selber anschwärzt, diffamiert und hetzt

Rede des Abgeordneten Volkmar Zschocke zum Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN "Mobbing ernstnehmen – Schüler und Lehrer schützen", Drs 6/17063

90. Sitzung des 6. Sächsischen Landtags, Mittwoch, 10. April, TOP 17

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrter Herr Präsident,
Sehr geehrte Damen und Herren,

niemand ist im Kampf gegen Mobbing unglaubwürdiger, als die AfD, die selber anschwärzt, diffamiert und hetzt.

Wer gegen Diversität und Inklusion wettert, ist unglaubwürdig, wenn er auf einmal den Kampf gegen Diskriminierung ausruft! Wer Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund separieren und auf Sparflamme beschulen will, dem geht es offenkundig nicht darum, alle Kinder und Jugendliche zu schützen, höchstens ausgewählte! Und der beste Weg, Mobbing ernst zu nehmen und Lehrer und Lehrerinnen zu schützen, wäre es, Ihren unsäglichen Lehrerpranger abzuschalten!

Seitdem Mobbing in der Schule stärker im öffentlichen Fokus steht, haben einige Landtage entsprechende Anträge verabschiedet. Allerdings unterscheiden sich die Guten wesentlich von dem hier vorliegendem Antrag. Im Kern geht es darum – und diese Auffassung teilen wir GRÜNE - gemeinsam mit der Schulaufsicht, den Schulträgern, den Vertretungen der Lehrkräfte, der SchülerInnen und der Eltern eine Strategie für den Kampf gegen das Mobbing in Schulen zu entwickeln.

Und dabei geht nicht nur um Cyber-Mobbing. Ausgrenzung, Anfeindung und körperliche Angriffe passieren tagtäglich in der realen Welt der Schule und noch viel zu oft stehen die Betroffenen ohne Hilfe da oder werden nicht ernst genommen.

Ich habe Kenntnis von Mobbing in der Schule bekommen und war erschrocken, wie allein Kinder und deren Eltern damit gelassen werden. Auch ein Schulsozialarbeiter für mehrere hundert Kinder ist eben nicht in der Lage, die Probleme zu bearbeiten, gleiches trifft für die – trotz der Aufstockung - noch immer zu geringe Anzahl von Schulpsychologen zu.

Die Auswertung der Antwort auf meine Anfrage hat den Eindruck verfestigt, dass dem Kultusministerium die Brisanz des Themas noch nicht ausreichend bewusst geworden ist. Selbst online-basierte Hilfsangebote – wie z. Beispiel in Bayern oder Baden-Württemberg gibt es in Sachsen nicht – die eigenen Angebote sind als solche nur schwer erkenn- und auffindbar.  

Es gibt tatsächlich Handlungsbedarf zum Umgang mit Mobbing an sächsischen Schulen. Allerdings leistet der vorliegende Antrag weder hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der einreichenden AfD-Fraktion noch mit Blick auf die inhaltliche Qualität einen substantiellen Beitrag und wird deshalb von unserer Fraktion abgelehnt.

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