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Rede | 28.09.16

Schulpsychologische Beratung − Zais: Sachsen Vorletzter im Bundesvergleich; im Vordergrund muss die Aufstockung des Fachpersonals stehen

Redebausteine der Abgeordneten Petra Zais (GRÜNE) zum Antrag der Fraktion LINKE ' Schulpsychologische Beratung in Sachsen verbessern.'
41. Sitzung des Sächsischen Landtags, 28. September 2016, TOP 9, Drs. 6/888

 

- Es gilt das gesprochene Wort -

 

Sehr geehrter Herr Präsident,
Sehr geehrte Damen und Herren,

der vorliegende Antrag wurde unter am 03.02.2015 eingereicht. Die Stellungnahme der Staatsregierung datiert vom 27.02.2015.
Ja, es ist ein alter Antrag, aber er ist leider aktuell geblieben.
Das Konzept zur Schulpsychologischen Beratung im Freistaat Sachsen begrüßen wir grundsätzlich.

Sachsen ist im Vergleich der Bundesländer bei der Anzahl der Schülerinnen und Schüler pro Schulpsychologe (Schuljahr 2013/2014) an vorletzter Stelle im Bundesvergleich (14.318 Schüler/innen pro Schulpsychologe). Auch bei den Lehrer/innen pro Schulpsychologe rangiert Sachen im hinteren Bereich (880 Lehrer/innen pro Schulpsychologe).
Der Bundesverband der Schulpsychologen bezeichnet die Lage als katastrophal.
Im Vordergrund muss deshalb die Aufstockung des Fachpersonals stehen.

Aus der Stellungnahme der Staatsregierung ergeben sich für mich zahlreiche Fragen:
Sind die im Haushaltsplan 2015/2016 geplanten fünf zusätzlichen Schulpsychologen realisiert worden?
Wie werden sich ändernde Bedarfe und Anforderungen geprüft und wurden bisher Modifikationen vorgenommen?
Eine Qualifikation von Beratungslehrern ist gut, aber Beratungslehrer sind keine Psychologen, sondern lediglich fortgebildete Lehrerinnen bzw. Lehrer.
Im aktuellen Schuljahr 2016/2017 gibt es in Sachsen rund 465.000 Schüler/innen. Wie ist dem Aufwuchs der Schülerzahlen im Bereich der Schulpsychologen begegnet worden, auch mit dem Blick auf die Kinder von Migranten aus Kriegsgebieten mit teilweise traumatisierten Erfahrungen? Wie gedenkt die Staatsregierung, wenigstens die durch die Bund-Länder-Kommission empfohlene Mindestversorgung von einem Schulpsychologen auf 5.000 Schüler zu erreichen?
Weitergedacht, zunehmende Heterogenität – Migration, Inklusion, müsste in einem nächsten Schritt jede größere Schule einen Schulpsychologen (ca. 1000 bis 2000 Schüler) haben.

Doch es gibt keine Anzeichen, dass trotz den enormen Handlungsbedarfs Maßnahmen der Staatsregierung folgen.
Daher stimmen wir dem vorliegenden Antrag zu.

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