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Gymnasium und Abitur
Nach Ansicht der GRÜNEN-Fraktion sollte die Reform der gymnasialen Oberstufe dem Leitbild einer Schule folgen, in der die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen. Sie sollen selbstständig werden und lernen, Verantwortung zu übernehmen, sich aktiv Wissen anzueignen und Kreativität zu entwickeln. Darüber hinaus sollen Schulen befähigt werden, mehr Schülerinnen und Schüler - sei es mit Begabungen im naturwissenschaftlichen, sprachlichen oder künstlerischen Bereich - mit unterschiedlichem Leistungsvermögen auf hohem Niveau zum Abitur zu führen.
Aus diesem Grund forderte die GRÜNE-Fraktion, folgende Kriterien bei der Reform der gymnasialen Oberstufe zu beachten:
- Ausbau der individuellen Förderung
Jedes Kind soll individuell bestmöglich gefördert werden. - Einführung der flexiblen Oberstufe
In einer in Halbjahresmodule gegliederten flexiblen Oberstufe können Schülerinnen und Schüler selbst entscheiden, in welchem Tempo sie diese durchlaufen wollen. Entsprechend der individuellen Leistungsfähigkeit und der jeweiligen Vorkenntnisse können das zwei bis vier Jahre (vier bis acht Halbjahre) sein. Schülerinnen und Schüler, die bei Eintritt in die Oberstufe in einigen Fächern noch Nachholbedarf haben, können ihre fehlenden Kenntnisse in speziellen Aufbaukursen aufarbeiten. Die Möglichkeit, die Oberstufe in einem individuellen Tempo zu durchlaufen, ist die Voraussetzung dafür, dass trotz unterschiedlicher Vorkenntnisse möglichst viele Jugendliche bis zum Abitur geführt werden. - Erhaltung der Wahlfreiheit
Die Möglichkeit, Leistungskurse freiwillig zu wählen, muss erhalten bleiben, um den vielfältigen Begabungen und dem Ziel des eigenverantwortlichen Lernens Rechnung zu tragen. Dabei muss eine gute Allgemeinbildung mit speziellen Neigungen und Begabungen verbunden werden. - Prüfen von Oberstufenverbünden bzw. Oberstufenzentren
Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sollte die Zusammenfassung von Oberstufen mehrerer Schulen wahlweise in einen Oberstufenverbund oder in ein Oberstufenzentrum möglich sein. Damit kann trotz zurückgehender Schülerzahlen auch im ländlichen Raum ein zuverlässiges Oberstufenangebot organisiert werden. - Beteiligung der schulischen Akteure verbessern
Die Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern sowie die sie vertretenden Verbände sind ausführlich in die Diskussion zur Reform der gymnasialen Oberstufe einzubeziehen. Die bisher vorgelegten kurzen Anhörungsfristen am Schuljahresende sind nicht ausreichend, um eine weitreichende und tiefgreifende Reform der Oberstufe angemessen zu diskutieren.
weitere Informationen:
- Antrag 'Reform der gymnasialen Oberstufe' (Drs. 4/5865)
- Schuljahreswiederholer und Schulabbrecher in der gymnasialen Oberstufe





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