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Kita der Zukunft
Unsere Kita der Zukunft muss allen Kindern offen stehen. Je jünger Kinder sind, um so mehr können sie lernen. In jungen Jahren werden die Wurzeln gelegt für die Haltung, in der später Wissen angeeignet werden kann: Neugier, Selbstvertrauen und Erfolg durch eigenes Tun. Soziale Kompetenzen, die nicht allein von der Familie und dem sozialen Umfeld zu Hause abhängen – ohne deren Bedeutung gering zu schätzen.
Eine gute Kita kann auch Bedürfnisse wecken, die zu Hause nicht so gepflegt werden. Sie ergänzt das familiäre Umfeld entscheidend. Daher ist es gerade für Kinder, die aufgrund ihres Elternhauses keine so gute Startposition mitbringen um so wichtiger, an diesen Angeboten teilhaben zu können und besonders gut gefördert zu werden.
Eine Kita der Zukunft braucht nicht nur gute Bildungsangebote – sie braucht vor allem auch Erzieherinnen und Erzieher, die psychologisch gut ausgebildet sind und die Kompetenz der ihnen anvertrauten Kinder fördert, statt sie auf ihre Defizite aufmerksam zu machen. Dazu müssen die Erzieherinnen und Erzieher eine gute Ausbildung auf europäischem Niveau haben – eine Hochschulausbildung.
In unserer Zeit bedeutet das aber auch, dass Erzieherinnen und Erzieher sich Fort- und Weiterbilden können. Das bedeutet: sie müssen freigestellt werden können und die Träger müssen Geld für Fort- und Weiterbildung planen können. Aber auch die best ausgebildeten Erzieherinnen und Erzieher brauchen Zeit für die Vor- und Nachbereitung ihrer Betreuungszeit und diese Zeit muss Teil ihrer bezahlten Arbeitszeit sein. 100% Arbeitszeit am Kind – da bleibt der Bildungsauftrag auf der Strecke.
Die Kita der Zukunft muss auch die Eltern in ihren Bedürfnissen einbeziehen. Das betrifft die Betreuungszeiten, das betrifft aber auch die Kommunikation zwischen Eltern, Erzieherinnen und Erziehern und Kindern. Beratung, Veranstaltungen, Bildungsangebote für Eltern: zum Beispiel: welche Funktion haben Märchen für die psychische Entwicklung von Kindern? Oder: Was passiert, wenn Kinder keine Grenzen kennen lernen in den Kindern? Wie kann man Grenzen setzen ohne Gewalt? Was für Folgen hat psychische Gewalt?
Auch hier sind Erzieherinnen und Erzieher mit in der Verantwortung. Das sind viele Stunden Vernetzungsarbeit. Sie müssen wissen, wer in der Kommune ansprechbar ist und wie sie die Qualität der Angebote bewerten können.
Kindertagespflege - Bildung braucht Vertrauen
Vom 1. August 2013 an muss für jedes Kind ab einem Jahr ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen – so steht es im so genannten Tagesausbaubetreuungsgesetz des Bundes. Das dies nur durch Ausbau von Kita und Kindertagespflege zu schaffen sein wird, ist vielen Beteiligten klar. Das aber gerade in der Kindertagespflege vielfach Unterstützungsleistungen fehlen, wird selten ausgesprochen.
Der Bereich der Kindertagespflege in Sachsen ist in den letzten Jahren erheblich gewacsen. Fast 4000 Kinder werden hier mittlerweile von engagierten Tagesmüttern und Tagesvätern betreut. Dabei sind die Bedingungen unter denen sie arbeiten vielfach schwierig.
Damit Tagesmütter und Tagesväter ihre Arbeit weiterhin mit viel Motivation und Kompetenz leisten können, brauchen sie Unterstützung. Wir fordern eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Tagesmütter und Tagesväter. Kindertagespflege darf nicht zum Billigangebot der Kommunen werden.
Kindertagespflege ist ein Lernort für Kinder, bei dem familiennahe Betreuung zu einem attraktiven Angebot frühkindlicher Bildung gestaltet wird. Mit dem Positionspapier "Bildung braucht Vertrauen" möchte die GRÜNE-Fraktion die Kindertagespflege in die Debatte um frühkindliche Bildungsorte einbeziehen.
Aus- und Weiterbildung für Erzieherinnen und Erzieher
Die bündnisgrüne Fraktion fordert einen größeren Umfang der Hochschulausbildung für Erzieherinnen und Erzieher. Das Studium soll diagnostische und methodische Fähigkeiten vermitteln, die gerade in der frühkindlichen Bildung notwendig sind. Bereits tätige Erzieherinnen und Erzieher müssen durch umfangreiche Aus- und Weiterbildungsangebote unterstützt werden.
Zwar wurden in den letzten Jahren einige Studiengänge gestartet, diese decken jedoch bei weitem nicht den Bedarf. Ziel muss es aus unserer Sicht sein, mindestens 20 Prozent, langfristig jedoch die die Hälfte aller ErzieherInnen auf akademischen Niveau auszubilden.
Weitere Informationen:
» Studiengänge frühkindliche Pädagogik/Vorschulpädagogik (Drs 5/3011)
» Fachkräfteentwicklung im Bereich der Kindertagesstätten (Drs 5/863)
» Fortbildung und Fachberatung für Kindertagespflege und Kindertagesstätten (Drs 5/484)





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