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Pressemitteilung | 20.12.13

PM 2013-338: Sterben für die Wissenschaft - Zahl getöteter Versuchstiere in Sachsen auf Vierjahreshoch

Dass an sächsischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Auftrag der Wissenschaft auch Versuchstiere zum Einsatz kommen, ist bekannt. Aber wo und zu welchem Zweck? Dies sollte eine Anfrage des hochschulpolitischen Sprechers der GRÜNEN-Fraktion im Sächsischen Landtag, Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, ergründen. Die Antwort war in mehrfacher Hinsicht erschreckend.

"Wir begrüßen es selbstverständlich, wenn in Sachsen seit 2010 jährlich weniger Versuchstiere zum Einsatz gekommen sind. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es 2012 immer noch mehr Versuchstiere waren als nur drei Jahre zuvor. Der Rückgang der Versuchstierzahlen hat zudem eine traurige Kehrseite: 2012 wurden in Sachsen so viele Versuchstiere getötet wie seit 2008 nicht mehr," sagt Gerstenberg.

2012 wurden 73.090 Tiere für wissenschaftliche Untersuchungen benutzt, 2009 waren es nur 71.678. 14.516 Tiere mussten dabei im Jahr 2012 im Dienste der Wissenschaft ihr Leben lassen, darunter Schafe, Meerschweinchen und Kaninchen. Ein Jahr zuvor waren es nur 9.112.

"Dass Tierversuche in der wissenschaftlichen Praxis eine traurige, aber unumgängliche Realität sind, steht außer Frage. Bedenklich ist aber, dass die Staatsregierung offenbar kein Wissen darüber hat, wo die einzelnen Tiere für welche Projekte genutzt werden. Sie versteckt sich hinter Bundesstatistiken, die keine Aufschlüsselung der Versuchstiernutzung nach Forschungseinrichtungen zulassen. Notwendig sind statistische Erhebungen des Landes. Nur so lässt sich Transparenz herstellen, an welchen sächsischen Forschungsrichtungen Versuchstiere für welche Zwecke eingesetzt werden. Schließlich geht es hier um das Leben und Wohlergehen empfindungsfähiger Lebewesen", sagt Gerstenberg.

» Kleinen Anfrage "Tierversuche an sächsischen Hochschulen" (Drs. 5/12977)

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