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Pressemitteilung | 28.02.14

Elbe durch Goldabbau an der Moldau bedroht

(2014-51) In Tschechien verhandelt der kanadische Bergbaukonzern 'Astur Gold' derzeit über milliardenschwere Erkundungslizenzen für den Goldabbau.

Geplant ist der Bau einer Cyanid-Laugungsanlage in Mokrsko an der Moldau. Da im Wasser ausgelöstes Cyanid mehrere Hundert Kilometer zurücklegen und damit über die Moldau und die Elbe auch sächsisches Territorium erreichen kann, könnte eine solche Anlage im Havariefall auch zum Problem für Sachsen werden.

Gisela Kallenbach, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN-Landtagsfraktion, fordert Umweltminister Frank Kupfer (CDU) auf, frühzeitig sächsische Interessen zu wahren und sich gegen die Cyanid-Laugungsanlage in Mokrsko einzusetzen.

"Ich habe eine Kleine Anfrage eingereicht, um zu erfahren, inwieweit die sächsische Staatsregierung von der tschechischen Regierung über die Planungen über den Bau einer Cyanid-Laugungsanlage in Mokrsko informiert wurde und welche Maßnahmen sie ergreifen wird."

Der Goldabbau, wie von 'Astur Gold' geplant, wäre nur im Tagebau möglich. Das Gestein wird zermahlen und das Gold (je Tonne Gestein nur ein bis zwei Gramm Gold) müsste durch eine hochgiftige Cyanid-Lösung ausgeschwemmt werden.
"Eine Havarie wäre ein ökologischer Alptraum nicht nur für Mokrsko, sondern auch für Sachsen", so Kallenbach. "Zudem wäre die Trinkwasserversorgung in Gefahr, wie es beim Baia-Mare-Dammbruch Anfang des Jahres 2000 der Fall war."

Die Gemeinde Mokrsko befindet sich etwa 50 Kilometer südlich von Prag an der Moldau.

› Kleine Anfrage Gisela Kallenbach, MdL 'Auswirkungen des geplanten Goldabbaus an der Moldau mit Hilfe von Cyanid' (Drs 5/13865)

 

Hintergrund:
Beim Baia-Mare-Dammbruch Ende Januar 2000 kam es in der dortigen Golderz-Aufbereitungsanlage zu einem Dammbruch einer Absetzanlage. Mindestens 300.000 m³ mit Schwermetallen versetzte Natriumcyanidlauge überflutete das angrenzende Areal und gelangte über den Săsar-Bach und die Flüsse Lapuș und Someș in die Theiß und in die Donau. Mehr als 1.400 Tonnen Fische verendeten. Diese Umweltkatastrophe gilt als die größte Osteuropas seit dem Reaktor-Unfall 1986 in Tschernobyl und hatte gravierende Folgen auch für die Trinkwasserversorgung in Ungarn und Rumänien.
› Artikel in der Berliner Zeitung

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