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Pressemitteilung | 08.01.14

Sachsen trägt erheblichen Anteil am Versagen der deutschen Klimapolitik

(2014-01) Zum Anstieg der Braunkohleverstromung (AG Energiebilanzen) auf den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung erklärt Johannes Lichdi, energiepolitischer Sprecher der GRÜNEN-Fraktion im Sächsischen Landtag:

"Das neue Kraftwerk Boxberg trägt maßgeblich zum bundesweiten Anstieg der Braunkohleverstromung bei. Das spiegelt die Hybris der CDU bei der Energiewende wider. Die Energiewende sollte zwar zentrales Thema der selbsternannten Klimakanzlerin Angela Merkel sein. Doch anstatt Atom und Kohle durch Erneuerbare zu ersetzen, sind wir jetzt Exporteuropameister von schmutzigem Braunkohlestrom."

"Sachsen trägt mit seiner Kohlepolitik einen großen Anteil am Versagen der deutschen Klimapolitik der vergangenen Jahre. Wir brauchen endlich eine ernsthafte Verknappung der Zertifikate im Emissionshandel und einen verbindlichen Ausstiegsplan aus der Braunkohle."

"Schlimm ist diese Rekordmeldung auch für die Anwohner der Kraftwerke. Für sie heißt das konkret: noch mehr Feinstaub, Schwefeldioxid und Stickstoffoxid in der Luft. Die Zunahme von Gesundheitsschäden ist vorprogrammiert."


Hintergrund Emissionshandel:
Germanwatch veröffentlichte im Februar 2013 zusammen mit sechs großen Unternehmen einen Appell an die Bundesregierung zur Reparatur des EU-Emissionshandels. Darin fordern Alstom, EnBW, E.ON, Otto, Puma, Shell und Germanwatch mehr Sicherheit für Klimaschutzinvestitionen der Wirtschaft. Dafür müsse die Bundesregierung jetzt die Vorschläge der EU-Kommission zur Reform des Emissionshandels unterstützen. Ebenfalls wurde eine Umfrage des Instituts TNS Emnid veröffentlicht, der zufolge sich 73 Prozent der Deutschen dafür aussprechen, dass die EU ihr Emissionsziel für 2020 von den niedrigen 20 auf 30 Prozent unter dem Niveau von 1990 anhebt.
(Quelle: Wikipedia.org)

Hintergrund Gesundheitsschäden:
Die gesundheitlichen Wirkungen von Feinstaub reichen von Entzündungen der Atemwege bis zu verstärkter Plaquebildung in den Blutgefäßen. Die Vielfalt der Wirkungen ergibt sich unter anderem daraus, dass die Partikel je nach ihrer Größe unterschiedlich weit in den menschlichen Organismus eindringen. PM10 kann beim Menschen in die Nasenhöhle und die Luftröhre eindringen, PM2,5 bis in die kleinen Bronchien und Bronchiolen. Ultrafeine Partikel erreichen sogar die Lungenbläschen und können in den Blutkreislauf gelangen.
(Quelle: Umweltbundesamt UBA)

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