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Pressemitteilung | 11.10.18

Nur 25 Prozent weibliche Führungskräfte im sächsischen öffentlichen Dienst – GRÜNE fordern modernes Gleichstellungsgesetz in Sachsen

(2018-273) "13 Jahre eine Frau als Bundeskanzlerin und ein allgemeiner Frauenanteil im sächsischen öffentlichen Dienst von über 60 Prozent können nicht über die katastrophal wenigen Frauen in den Führungspositionen der sächsischen Behörden hinwegtäuschen." Zu diesem Ergebnis kommt die gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, Katja Meier, nach Auswertung der Antworten der Staatsministerin für Gleichstellung Petra Köpping (SPD) auf eine Kleine Anfrage.

"Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Auch im sächsischen Öffentlichen Dienst sind die machtvollen Posten auf Minister- und Staatssekretär-Ebene sowie in den Behörden-, Abteilungs- und Referatsleitungen für qualifizierte Frauen besonders schwer zu erreichen. Starre Männernetzwerke sorgen dafür, dass es die aus der Bundespresse bekannte sogenannte 'Hans-Bremse' innerhalb der Bundesministerien und den in DAX-Unternehmen festgestellten 'Thomas-Kreislauf' auch in Sachsen gibt. Hier heißen Hans und Thomas allerdings Kurt, Georg, Stanislaw und Michael."

"Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat es mit seinem Amtsantritt und der Kabinettsumbildung geschafft, den Frauenanteil unter den Ministerinnen und Ministern von 30 auf 20 Prozent zu senken."

"Es ist bekannt, dass Männer vor allem Männer (be-)fördern. Deswegen verwundert es nicht, dass auf der nächsten Ebene, bei den Staatssekretärinnen und Staatssekretären, der Frauenanteil auch nur 22 Prozent beträgt. Insgesamt sind die Führungskräfte im sächsischen öffentlichen Dienst nur zu 25 Prozent weiblich. Schlusslicht ist das Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr von Martin Dulig (SPD), wo für Frauen schon bei der Abteilungsleitung Schluss ist und der Frauenanteil in den Leitungspositionen gerade mal 21,4 Prozent beträgt."

"Dem seit 2015 leider auch festzustellenden Trend einer sinkenden Frauenquote in den Führungspositionen könnte politisch und gesetzgeberisch mit einem modernen Gleichstellungsgesetz wirkungsvoll entgegengewirkt werden. Das ist in Sachsen aber offensichtlich nicht gewollt. Sonst wäre – wie im Koalitionsvertrag angekündigt – das sächsische Frauenförderungsgesetz von 1994 schon längst durch ein modernes Gleichstellungsgesetz abgelöst worden. Hierzu hat die Große Koalition aber in der nächsten Landtagssitzung im November eine Chance. Dann wird der GRÜNE-Gesetzentwurf für ein Sächsisches Gleichstellungsgesetz zur Abstimmung stehen. Mit einer Zustimmung könnte die Koalition ihren vielen Worten endlich Taten folgen lassen."

>> Antwort von Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD) auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Katja Meier (GRÜNE) 'Frauen in Führungspositionen in der Sächsischen Staatsregierung' (Drs. 6/14176)

>> Gesetzentwurf der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN "Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern im öffentlichen Dienst im Freistaat Sachsen" (Drs. 6/12511)

>> Eckpunktepapier zum GRÜNEN Gesetzentwurf des 'Sächsischen Gleichstellungsgesetzes'

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