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Pressemitteilung | 03.12.18

Stark für Demokratie − GRÜNE fordern Jugendoffensive für Sachsen − Haushaltsanträge in Höhe von über 14 Millionen Euro

Zschocke: Aus den alarmierenden Ergebnissen des Sachsen-Monitors und den Gefahren politischer Radikalisierung müssen auch für die Jugendarbeit die notwendigen Schlüsse gezogen werden

 

(2018-334) Dresden. Die Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN will mit einer Jugendoffensive für Sachsen im Gesamtumfang von 14 Mio. Euro der jahrelangen Entpolitisierung und dem Rückzugs der Jugendarbeit aus der Fläche entgegentreten.

"Unser Ziel ist es, bei jungen Menschen durch mehr demokratische Bildung das Verantwortungsbewusstsein, den Gerechtigkeitssinn, die Toleranz für abweichende Meinungen und die Gewaltfreiheit zu stärken", erklärt Volkmar Zschocke, sozialpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. "Aus den alarmierenden Ergebnissen des Sachsen-Monitors und den Gefahren politischer Radikalisierung müssen auch für die Jugendarbeit die notwendigen Schlüsse gezogen werden."

Für die Umsetzung der Jugendoffensive setzt die Fraktion auf die bewährten und verlässlichen Partner in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in den Kultur- und Sportvereinen.

"Wir wollen den Rückzug der offenen Kinder- und Jugendarbeit verhindern. Der Ausbau der Schulsozialarbeit reicht allein nicht aus. Um junge Menschen zu erreichen, sind auch außerschulische, regional gut erreichbare offene Angebote der Kinder- und Jugendarbeit notwendig", erläutert der Abgeordnete. "Der Freistaat muss die Kommunen hier mit zusätzliche Mitteln unterstützen. Darum wollen wir die Jugendpauschale auf 15 Euro erhöhen. Dafür beantragen wir jährlich 4 Millionen Euro zusätzlich. zur Verfügung."

"Zudem wollen wir Flexibles Jugendmanagement sachsenweit etablieren und dafür 1,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen."

"Das ModeIl-Projekt 'Jugend bewegt Kommune' soll endlich in ganz Sachsen Wirkung entfalten. Mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von 450.000 Euro jährlich kann ein Netzwerk zur Erprobung jugendgerechter Dialog- und Beteiligungsformate etabliert werden. Dabei arbeiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam vor Ort daran, ein gutes Aufwachsen und bessere Lebensbedingungen für junge Menschen zu ermöglichen."

Zudem will die Fraktion die Arbeit der Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung weiter finanzieren. Dafür sind weitere 360.000 Euro jährlich nötig.

"Politische Bildung wird dann erfolgreicher, wenn es gelingt Kinder und Jugendliche über soziale Medien zu erreichen", unterstreicht Zschocke. Für die Erprobung neuer Ansätze der aufsuchenden Online-Arbeit fordert die Fraktion jährlich 200.000 Euro.

"Wir wollen kommunale Präventionsprogramme zur Verhinderung von Radikalisierung mit 500.000 jährlich zusätzlich unterstützen", erklärt der Abgeordnete. "Extremismusprävention über allgemeine Aussteigerprogramme oder durch eine Aussteigerhotline ist nicht ausreichend. Dafür braucht es eine zielgruppenorientierte Prävention z.B. mit aufsuchender Jugendsozialarbeit in den Kommunen."

"Wirksame Jugendarbeit steht und fällt mit ausreichend qualifizierten Fachkräften" betont der Abgeordnete. "Gerade im ländlichen Raum wird es zunehmend schwieriger, geeignete Fachkräfte für die Kinder und Jugendarbeit zu gewinnen. Die tarifgerechte Vergütung ist ein zentraler Beitrag gegen die Abwanderung der Fachkräfte aus dem ländlichen Raum oder in attraktivere Arbeitsfelder."

"Unsere Forderung nach einem Fachkräftemonitoring für die Berufe der sozialen Arbeit, einer verlässlichen mehrjährigen Finanzierung, flexiblerer Einstiegs- und Ausbildungsmöglichkeiten, berufsbegleitender Anpassungsqualifizierungen sowie Anerkennungsverfahren für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die noch nicht über die erforderlichen Abschlüsse verfügen, hat an Aktualität nichts verloren."

 

Hintergrund:

» GRÜNER Antrag 'Soziale Arbeit braucht qualifizierte Fachkräfte, mehr Wertschätzung und bessere Arbeitsbedingungen - Fachkräfte-Offensive für Sachsen jetzt starten!' (Drs 6/11466) mit Stellungnahme der Staatsregierung

» Wortprotokoll der Ausschuss-Anhörung zum Antrag vom 11.04.2018

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