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Pressemitteilung | 07.11.18

Versuch der Zensur in MDR-Kultur-Redaktion? Wir erwarten eine öffentliche Stellungnahme der MDR-Intendantin Frau Prof. Wille

(2018-304) Die Mitteldeutsche Zeitung (Halle) berichtet heute über den Vorwurf von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des MDR, dass Reinhard Bärenz, Leiter der Hauptredaktion Kultur beim MDR, versucht haben soll, die Berichterstattung über die Absage des Auftritts der Band 'Feine Sahne Fischfilet' durch das Bauhaus Dessau zu beeinflussen. In der ihm zugeschriebenen Email heißt es >>wir haben uns intern darauf verständigt uns nicht am ,Perren-Bashing’ zu beteiligen<<. Er bittet beim Thema um >>inhaltliche Rückkopplung<<.

Dazu erklärt Claudia Maicher, medienpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

"Bei diesem schwerwiegenden Vorwurf reicht es nicht aus, wenn sich der Rundfunkrat hinter verschlossenen Türen mit der Angelegenheit befasst. Ich erwarte eine öffentliche Stellungnahme der MDR-Intendantin Frau Prof. Karola Wille, um den Verdacht der Einschränkung der freien Berichterstattung beim MDR auszuräumen."

"Wenn die Redaktionsleitung von MDR-Kultur seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anweist, eine kritische Berichterstattung über das Agieren der Bauhausdirektorin Dr. Claudia Perren zu unterlassen, dann ist das nichts anderes als der Versuch der Zensur."

"Die Debatte über das Auftrittsverbot von 'Feine Sahne Fischfilet' im Bauhaus Dessau bewegt die Öffentlichkeit. Dass die MDR-Kulturredaktion auf Weisung von oben sich nicht an einer Kommentierung oder Bewertung der Entscheidung von Frau Perren beteiligen soll, widerspricht dem Grundsatz der freien und unabhängigen Berichterstattung. Diesem Grundsatz ist aber gerade der öffentlich-rechtliche Rundfunk verpflichtet."

>> Artikel der Mitteldeutschen Zeitung: 'Bauhaus-Affäre − Kein „Perren-Bashing“ beim MDR'

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