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Pressemitteilung | 24.05.19

Debatte um Veranstaltungsreihe am Theater Freiberg – Kunst- und Meinungsfreiheit sind nicht verhandelbar

(2019-127) Am heutigen Plenartag debattierten die Landtagsabgeordneten über einen Dringlichkeitsantrag der Fraktion DIE LINKE zu den aktuellen Vorgängen zum Thema Freiheit der Kunst in Freiberg. Die Fraktionen CDU, SPD und AfD lehnten es ab, den Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung zu setzen. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stimmte zu. Dazu erklärt Dr. Claudia Maicher, kulturpolitische Sprecherin der GRÜNEN-Fraktion:

"Kunst- und Meinungsfreiheit sind nicht verhandelbar. Eingriffe in die konzeptionelle Theaterarbeit, die Spielplangestaltung und somit in die künstlerische Freiheit dürfen wir nicht zulassen. Theater sind Orte des gesellschaftlichen Diskurses. Ob mit Bühnenstücken, Lesungen oder Diskussionen, es geht um das Austragen von Konflikten und um gesellschaftspolitische Fragen. Das leistet Kunst und Kultur. Wo ist demokratischer Diskurs notwendiger als hier in Sachsen und wann, wenn nicht jetzt?"

"Der Versuch, eine Kulturveranstaltung aus dem Theater zu verbannen, zeigt, wie gefährdet die Kunstfreiheit im Moment ist. Ich bin froh, dass die künstlerische Leitung des Theaters Freiberg dies nicht unwidersprochen hinnimmt."

 

Weitere Informationen:

Die Veranstaltung 'Angstprediger - Wenn Christen Populisten werden', mit der Publizistin Liane Bednarz und dem Freiberger Pfarrer Michael Stahl, moderiert vom FAZ-Journalisten Stefan Locke hatte in Freiberg für Aufregung gesorgt.

Anlass für den Dringlichkeitsantrag heute war, dass der Freiberger Oberbürgermeister als Vertreter der Gesellschafter der Mittelsächsischen Theater und Philharmonie gGmbH der Intendanz des Theaters die Fortführung der Veranstaltungsreihe 'Dialog - Wir haben die Wahl 2019. Was ist zu tun?' untersagen will. In einem Interview mit MDR Kultur (17. Mai 2019) hatte daraufhin die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Eva-Maria Stange diese Entscheidung kritisiert: https://www.mdr.de/kultur/interview-kultur-staatsministerin-stange-100.html  

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