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Pressemitteilung | 24.04.19

Fächersterben an den Hochschulen? - Die Gefahr ist noch nicht gebannt! Jetzt Wirtschaftspädagogik bedroht!

(2019-107) Noch immer droht die Abschaffung von Studiengängen an der Universität Leipzig, weil die Personalkapazitäten nicht ausreichen.
Zuletzt hatten Studierende des Institutes für Angewandte Linguistik und Translatologie (IALT) der Universität Leipzig Alarm geschlagen, dass das Studienfach Russisch vor der Abwicklung steht. Dieses Fach kann in Sachsen nur an der Universität Leipzig studiert werden. Aber auch die Wirtschaftspädagogik an der Universität Leipzig steht zur Disposition.
 
"Der im Jahr 2012 von CDU/FDP-Koalition im Doppelhaushalt beschlossene Stellenabbau wirft einen sehr langen Schatten", erklärt Claudia Maicher, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. "Denn das Fach Russisch sollte nach Aussage der Studierenden aufgrund fehlender Personalmittel gestrichen werden. Und das ist kein Einzelfall. Auch der Studiengang Wirtschaftspädagogik ist aus dem gleichen Grund von der Schließung bedroht. Dies versuchen die Studierenden mit einer Petition zu verhindern. Es rächt sich immer wieder, dass die Universität Leipzig durch die CDU/FDP-Koalition gezwungen war, 101 Stellen abzubauen, bevor die jetzige CDU/SPD-Regierung diesen Aderlass viel zu spät gestoppt hat."
 
"Das Fächersterben an Sachsens Hochschulen muss ein Ende haben. Für meine Fraktion steht fest, dass die Hochschulen auf eine solide finanzielle und personelle Grundlage gestellt werden müssen. Unsere Vorschläge dafür liegen seit fünf Jahren auf dem Tisch. Wir GRÜNEN wollen weg von zeitlich befristeter Programmfinanzierung, hin zu einer deutlich besseren Grundfinanzierung der Hochschulen. In den letzten Haushaltsverhandlungen haben wir Anträge eingebracht, die die Grundbudgets der Hochschulen um 66 Mio. Euro gesteigert hätten. Es wird höchste Zeit, dass aus diesen Vorschlägen endlich Realität wird."
 
"Eine Kleine Anfrage von mir hat gezeigt, dass der Protest der Studierenden des IALT seine Wirkung nicht verfehlt hat. Rektorat und Fakultät wollen nun immerhin nach einer tragfähigen Lösung suchen. Eine Garantie für ein gutes Ende ist das allerdings noch lange nicht. Die Studierenden müssen bei der Lösungsfindung unbedingt mit ins Boot, sie brauchen endlich Planungssicherheit", betont die Abgeordnete.
 
Weitere Informationen:

» Petition 'Erhalt und Stärkung des Instituts für Wirtschaftspädagogik, Universität Leipzig'
 
» Antwort von Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD) auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Claudia Maicher (GRÜNE) 'Abschaffung von Studiengängen' (Drs 6/16850)

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