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Pressemitteilung | 21.04.20

Betreuung von Kindern in der Corona-Krise: Wir müssen Druck aus dem Kessel nehmen

(2020-34) Zur Wiederaufnahme des Schulbetriebes und der aktuellen Betreuungssituation für Kinder in Sachsen erklärt Christin Melcher, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

"Die Corona-Krise führt zu starken psychischen Belastungen, vor allem für Eltern und ihre Kinder. Auf der einen Seite steht die Angst vor dem Virus und auf der anderen Seite das zunehmende Leiden unter der sozialen Isolation. Vorrangig Kinder brauchen soziale Interaktion mit ihren Freundinnen und Freunden sowie Bewegung. Wir müssen Druck aus dem Kessel nehmen und allmählich Schulen und vor allem Kindertageseinrichtungen öffnen.“

"Besonders im Blick habe ich die alleinerziehenden Eltern", so Melcher. "Ihnen gilt meine höchste Anerkennung, da sie sich oft größeren Existenzängsten ausgesetzt sehen und meist ohne die Unterstützung des zweiten Elternteiles den Spagat zwischen Arbeit und Heimbetreuung meistern müssen.“

"Die Notbetreuung muss für berufstätige alleinerziehende Eltern ausgeweitet und flexible Lösungen zur Betreuung in den Kitas und Schulen angeboten werden. Über den Tag verteilt könnten Kleinstgruppen in Kindertagesstätten gebildet werden. Vielen Eltern reicht oftmals eine Betreuung des Kindes über wenige Stunden aus."
"Ein Anfang könnte die Öffnung der Kindertageseltern sein, welche grundsätzlich unsere Kleinsten in Gruppen von maximal fünf Kindern betreuen. Für Grundschulkinder sollten Sprechstunden mit ihren Lehrerinnen und Lehrern ermöglicht werden. Darin können einerseits Fragen zum Unterrichtsstoff und zu Hausaufgaben geklärt werden. Andererseits gewinnen die Kinder zusätzlich eine weitere Vertrauensperson außerhalb des familiären Gefüges wieder zurück. Dies ist ein wichtiger Teilaspekt, um Kinderschutz zu gewährleisten.“

"Bei der Öffnung von Kita und Schulen hat die Einhaltung des Infektionsschutzes oberste Priorität. Die erfolgte Versorgung mit Masken und Desinfektionsmittel für Schulen durch die Staatsregierung braucht es auch für Kindertageseinrichtungen. Doch das allein wird im frühkindlichen Bereich nicht reichen. Die Einhaltung der Abstandsregeln ist in der Kita illusorisch. Hier braucht es zusätzlich gemeinsame Vereinbarungen zwischen den Eltern und dem Personal, den Kontakt zu anderen Personen auf ein Minimum einzuschränken, um den Infektionsschutz zu gewähren."

Melcher erklärt weiter: "Ich begrüße den Vorschlag der Bundesgrünen nach einer Corona-Elternzeit mit Elterngeld. Dies würde für Eltern, die wegen der Betreuung ihrer Kinder nicht arbeiten können, finanzielle Absicherung ermöglichen. Das nimmt Druck, Stress und Existenzängste. Gerade für Gruppen wie die der Alleinerziehenden wäre das in diesen schweren Zeiten eine echte Unterstützung."

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