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Pressemitteilung | 09.06.20

Bündnisgrüne begrüßen sächsische Beteiligung am Pflegebonus

(2020-61) Das Sächsische Kabinett hat heute final entschieden, dass Pflegekräfte in der Altenpflege angesichts der großen Leistung und Belastung während der Corona-Pandemie eine einmalige Prämie von 1.500 EUR erhalten. Der Bund finanziert 1.000 Euro, der Freistaat Sachsen stockt diesen Betrag um weitere 500 Euro auf.
Dazu erklärt Kathleen Kuhfuß, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:
 
"Es ist gut, dass nun der Weg frei ist für einen Pflegebonus in Höhe von 1.500 Euro, der allen Fachkräften in der stationären und ambulanten Altenhilfe zugutekommt. Sachsen leistet somit seinen Beitrag und belohnt die Fachkräfte für ihren besonderen Einsatz in den letzten Wochen. Der Freistaat macht durch seine Beteiligung an der Bonuszahlung deutlich, dass Pflegekräfte systemrelevant sind und die hohe Arbeitsbelastung während der Corona-Pandemie nicht nur in Worten wertgeschätzt wird.“
 
„Die Verantwortung bei der Versorgung Pflegebedürftiger in stationären Einrichtungen ist durch die besonderen Regelungen per Rechtsverordnung seit März deutlich gestiegen. Bis auf wenige Ausnahmen war auch der Besuch in Alten- und Pflegeheimen gänzlich untersagt. Trotz vorsichtiger Lockerungen bei den Besuchsregelungen sind die Pflegekräfte weiterhin stark gefordert. In der ambulanten Pflege sind Pflegekräfte derzeit oft die einzige direkte Kontaktperson, da das Abstandsgebot zum Schutz älterer Menschen auch für Angehörige gilt, sofern sie nicht im gleichen Hausstand wohnen. Hinzu kommt, dass auch im Bereich der Pflege nicht ausreichend Schutzkleidung vorhanden war.“
 
"Corona hat uns erneut gezeigt: Pflege ist systemrelevant. Rettungsschirme dürfen nicht nur für die sächsische Wirtschaft da sein, sondern müssen auch in den Gesundheitsberufen ankommen, die derzeit besonders gefordert sind. Der sächsische Anteil in Höhe von voraussichtlich 30 Millionen ist gut investiert. Denn im Bundesvergleich werden Pflegekräfte in Sachsen besonders gering bezahlt. Die Wertschätzung der geleisteten Arbeit in Form der Pflegebonus-Zahlung ist ein erster wichtiger Schritt hin zu einer besseren Bezahlung der Pflegekräfte, zu dem sich die Koalition im Koalitionsvertrag grundsätzlich bekannt hat", bekräftigt Kuhfuss abschließend.
 
Hintergrund:
 
Mitarbeitende in der Altenpflege in Sachsen erhalten ein Median-Bruttomonatsverdienst von 1.962 Euro in Vollzeit (siehe Bericht der Enquete-Kommission ‚Sicherstellung der Versorgung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege älterer Menschen im Freistaat Sachsen‘, Seite 225). Die Hilfskräfte in der Altenpflege in Sachsen erhalten ein geringeres Monatsgehalt in Höhe von durchschnittlich 1.577 Euro brutto. Für die Pflegekräfte wäre eine Bonuszahlung von 1.500 Euro Netto demnach ein reichliches 13. Monatsgehalt.
 
» Bericht der Enquete-Kommission ‚Sicherstellung der Versorgung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege älterer Menschen im Freistaat Sachsen‘ (Drs 6/15400)

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