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3. Runder Tisch "Geburtshilfe und Hebammenversorgung in Sachsen"

Am 14. Juni 2018 fand auf Initiative der GRÜNEN-Fraktion der dritten der Runde Tisch "Geburtshilfe und Hebammenversorgung" statt. Bei dem dreistündigen Treffen hat das Sozialministerium über die Umsetzung des Programms zur Sicherung der Hebammenversorgung und die Ausgestaltung der Förderrichtlinie berichtet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Runden Tisch haben sich auf gemeinsame Ziele zur Stärkung der Geburtshilfe und Hebammenversorgung in Sachsen verständigt. Dazu erklärt Volkmar Zschocke, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

"Der Runde Tisch sendet mit seinen gemeinsamen Zielen eine klare Botschaften an die Staatsregierung und die Koalition: Das Landesprogramm muss auch im nächsten Doppelhaushalt fortgesetzt werden. Die Vermittlung von Hebammenleistungen muss verbessert werden, vor allem in den Regionen, in denen ein Mangel an Angeboten besteht. Die Koordinierungsstelle leistet hier einen wichtigen Beitrag, ihre Beratungs- und Vermittlungsarbeit muss auch in Zukunft sichergestellt werden. Es gibt aber auch neue Aufgaben, die angegangen werden müssen. Die Ausbildungskapazitäten an den sächsischen Hochschulen und Universitäten sollen bis zum Jahr 2020 kontinuierlich erweitert werden, denn auch in dieser Berufsgruppe erreichen immer mehr Hebammen das Renteneintrittsalter. Der steigenden Arbeitsbelastung muss entgegengewirkt werden, indem konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen entwickelt werden. Alle Beteiligten haben sich bereit erklärt, im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf eine Stärkung der 'normalen Geburt' hinzuwirken, damit Kindern bestmöglichen in Leben starten", erläutert Zschocke.

"Das dritte Treffen hat gezeigt, dass der Runde Tisch in den letzten eineinhalb Jahren Wirkung entfaltet hat. Das Landesprogramm zur Sicherung der Hebammenversorgung bietet Hebammen konkrete Hilfen an. Darüber wird seit letztem Jahr eine Koordinierungsstelle gefördert, die beim Hebammenverband angegliedert ist. Diese erfüllt vielfältige Aufgaben: Sie unterstützt Hebammen bei Anträgen auf finanzielle Förderung (Externat oder Praxisgründung), vermittelt bei Bedarf Hebammenleistungen vor Ort, koordiniert Fortbildungen und wirbt für Berufsnachwuchs. Das Feedback von Eltern und Hebammen ist positiv."

"Hinter uns liegen eineinhalb Jahre intensiver Arbeit. Ich danke allen, die am Runden Tisch mitgewirkt haben, für die konstruktive Zusammenarbeit."

"Wir GRÜNEN werden uns in den Haushaltsberatungen dafür stark machen, dass die bereits begonnenen Maßnahmen zur Sicherung der Hebammenversorgung erhalten und weiter ausgebaut werden.

Über die gemeinsamen Ziel hinaus, sieht die GRÜNEN-Fraktion weiteren Handlungsbedarf:

"Angesichts steigender Geburtenzahlen muss der Bedarf an Betten in den 41 Geburtskliniken in Sachsen überprüft werden. In Abstimmung mit den Geburtsklinken und der Krankenhausgesellschaft Sachsen e.V. sollte durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz ermittelt werden, welche Krankenhäuser ihre Kreißsaalkapazitäten erweitern wollen und in welchem Umfang im Haushalt 2019/20 Gelder dafür bereitgestellt werden können."

"Mit Blick auf den Fachkräftemangel müssen die Möglichkeiten der Anerkennung gleichwertiger ausländischer Berufsqualifikationen bestmöglich genutzt werden. Zudem müssen auf Bundesebene die Haftung in der Geburtshilfe reformiert und die Rahmenbedingungen für die in der Geburtshilfe Tätigen verbessert werden, um ein Helfen ohne Angst zu ermöglichen."

Die 1. Vorsitzende des Sächsischen Hebammenverband e.V., Stephanie Hahn-Schaffarczyk, ergänzt: "Auf Initiative der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ist ein solch wichtiges Projekt ins Leben gerufen worden und zeigt, wie essentiell die Arbeit der Hebammen ist, um die Versorgung junger Familien rund um Schwangerschaft und Geburt sicher zu stellen. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Belange der Hebammen und jungen Familien gehört und wahrgenommen wurden und nun in Sachsen eine Koordinierungsstelle durch das Staatsministerium gefördert wird. So kann die Versorgung der jungen Familien mit Hebammenhilfe ein Stück weit verbessert werden, die praktische Ausbildung der werdenden Hebammen unterstützt und die teils schlechten Arbeitsbedingungen in den Kliniken offengelegt und zur Verbesserung angeregt werden. Wir hoffen sehr auf eine langfristige Unterstützung durch den Freistaat und  danken allen Beteiligten des Runden Tisches für die konstruktive und effektive Zusammenarbeit. Und freuen uns, dieses Projekt in Sachsen zu haben."

> Gemeinsame Ziele des Runden Tischs (PDF)

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