Zum Inhalt springen

Artenschutz konkret – Insekten retten! in Störmthal bei Leipzig

Am 11. März 2019 lud die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, in Kooperation mit dem Verein Uferleben Störmthaler See e.V., zu der Diskussions- und Informationsveranstaltung "Artenschutz konkret - Insekten retten!" in Großpößna ein. Das mit rund 50 Menschen, bis auf den letzten Platz, gefüllte Café und die auf Vorträge folgende lebendige Diskussion verbildlichte das breite öffentliche Interesse und die Brisanz des Themas.

Zu Beginn stellte Dr. Frank Beutner, Vorstandsvorsitzender vom Verein Uferleben, ein vom Verein initiiertes Bürger-Wissenschaft-Projekt zur regionalen Artenerfassung rund um den Störmthaler See vor. Die Problematik des massiven Biomasserückganges unter den Fluginsekten wurde von einer Frau im Maikäferkostüm versinnbildlicht.

Quelle: Uferleben Störmthaler See e.V.

Frank Meisel, Mitglied des ehrenamtlichen Naturschutzdienstes in Mittelsachsen und Fachgutachter des Büros "hochfrequent", erörterte anschließend die Ursachen und Folgen des dramatischen Biomasseverlustes und Artensterbens im Bereich der Insekten. 

Seit 1989 ist die Biomasse an Fluginsekten in ausgesuchten deutschen Naturschutzgebieten um 75 Prozent zurückgegangen. Als Hauptursachen des Rückganges werden Veränderungen und auch der Verlust von Lebensräumen angenommen. Im Speziellen wird die industrielle Landwirtschaft mit dem massiven Einsatz von synthetischen Pestiziden als ein Hauptfaktor für das Insektensterben vermutet.

Eine Änderung in dieser Abwärtsspirale können wir Bürgerinnen und Bürger z.B. durch ein gezieltes Einkaufsverhalten, im Sinne ökologisch erzeugter Lebensmittel, erreichen. Zudem müssen wir versuchen, unser persönliches Umfeld insektenfreundlicher bzw. natürlicher zu gestallten. Insebsondere auch die Landwirtschaft benötigt mehr finanzielle Anreize für naturschutzfördernde Maßnahmen wie etwa Blühsteifen und die Anlage von Hecken.

Wolfram Günther, Fraktionsvorsitzender und naturschutzpolitischer Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, diskutierte abschließend mit den zahlreichen Gästen über optimale Flächennutzung, politische Handlungsfelder und zukünftige Strategien. Hierbei ergab sich ein reger, disziplinenübergreifender Austausch, der einen Nährboden für weitere, gemeinsame Aktionen und Projekte im Sinne des Insektenschutzes schuf.


Als ein wichtiges politisches Druckmittel der Zivilgesellschaft wurden an diesem Abend auch drei wichtige Petitionen aus dem Bereich Naturschutz durch die jeweiligen Initiatoren vorgestellt:

Rettet die Bienen in Sachsen
durch Uta Strenger aus Eilenburg
https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-bienen-in-sachsen

Flächenfraß in Sachsen stoppen!
durch Martin Hilbrecht
https://www.openpetition.de/petition/online/flaechenfrass-in-sachsen-stoppen

Böhlitz sagt NEIN!
durch Gunter Winkler von der Bürgerinitiative Böhlitz.
https://www.openpetition.de/petition/online/boehlitz-sagt-nein

Die bereits vollendete Petition Böhlitz sagt nein! mit 3254 Unterschriften wird am Donnerstag den 14.03.2019 um 14 Uhr im Sächsischen Landtag übergeben.

 

 

Politikfelder