1. März - 24. April 2013
Galerie Forum K
Bahnhofsstraße 39
08523 Plauen

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonnabend 13 - 17 Uhr
Sonntag 13.30 - 17 Uhr

Weitere Veranstaltungen der Fraktion GRÜNE

Hinweise

Größe: 39 Porträts von 13 jungen Müttern (je drei zusammengehörige Fotografien) im Format A2 (42 x 59,4 cm) gerahmt (Hoch- und Querformat) und bis zu 7 Prologbilder im Format A2 gerahmt (Hoch- und Querformat) sowie 19 Textplatten  (30 x 25 cm Querformat)

Kosten: Übernahme der Transportkosten nach Absprache mit der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Fotografie: Annett Körner
www.fotografieannettkoerner.de

Autorin: Ellen Thümmler

Bestellung

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Fraktion im Sächsischen Landtag
Bernhard-von-Lindenau Platz 1
01067 Dresden

Tina Siebeneicher
Tel. 0351/493 48 20
tina.siebeneicher(at)slt.sachsen.de

Ausstellung „Kinderleicht? Minderjährige Mütter in Sachsen“

Zwischen Mai 2007 und Juli 2008 fotografierte Annett Körner 24 minderjährige Mütter in Sachsen in ihrem Lebensumfeld. Junge Frauen im Alter von fünfzehn bis achtzehn Jahren, die auf dem Land leben oder in der Stadt. Sie wohnen bei ihren Eltern, in einem Mutter-Kind-Haus oder in einer eigenen Wohnung.
Die Bilder entstanden an mehreren Terminen, an denen Annett Körner und die Autorin Ellen Thümmler am Leben der jungen Frauen teilhaben und Einblick in ihren Alltag nehmen konnten. Die Fotos beziehen uns als Betrachtende mit ein.
Entstanden sind authentische analoge Schwarz-Weiß-Aufnahmen, ohne jegliche digitale Bearbeitung, die als großformatige Barytfotografien in der Wanderausstellung zu sehen sind. Sie geben Zeugnis vom Leben minderjähriger Mütter und ihrer Kinder in Sachsen. Die Homepage von Annett Körner bietet einen ersten Eindruck von den Bildern.


Minderjährige Mütter stehen vor ungleich schwierigeren Herausforderungen als andere Jugendliche. Sie müssen schneller "erwachsen" werden. Ihre Kindheit endet viel zu früh in dem Moment, wenn sie für ihr Kind die Verantwortung übernehmen wollen.Wie stellen sich junge Mütter dieser Aufgabe? Welche Unterstützung erfahren sie? Und eine spannende Frage: Warum sehen so junge Frauen in der Mutterrolle eine Aufgabe für sich?

Bundesweit steigt die Anzahl minderjähriger Schwangerer. Im Durchschnitt haben 10 von 1000 Kindern minderjährige Mütter. In Sachsen sind es deutlich mehr: 15 bis 17 von 1000 Babys werden von Teenagern geboren. Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung machen darauf aufmerksam, dass viele dieser Mädchen bewusst das Risiko eingehen, schwanger zu werden. Sie wollen ihrem Leben einen Sinn geben, sehnen sich nach emotionaler Nähe und Geborgenheit. Viele minderjährige Mütter haben kaum Chancen, jemals ihren Traumberuf auszuüben. Sie haben gebrochene Schulbiografien oder einen Haupt- bzw. Lernförderschulabschluss.

Diese jungen Mütter brauchen Hilfe, weil sie sonst Gefahr laufen, auch bei diesem Traum an der Realität zu scheitern. Ihre Kinder brauchen starke Mütter, Mütter, die über sich selbst hinaus wachsen. Damit dies gelingen kann, müssen wir Müttern und Kindern professionelle Unterstützung geben.

Die GRÜNE-Fraktion im Sächsischen Landtag sieht hier von Beginn an einen Schwerpunkt ihrer sozialpolitischen Arbeit. Frühprävention braucht nicht in erster Linie neue Strukturen. Wichtiger ist nach unserer Überzeugung die ausreichende Ausstattung mit Personal in den vorhandenen Angeboten und ein Netzwerk von interdisziplinärer Zusammenarbeit. Die wichtigste Aufgabe der Politik ist die aufmerksame Begleitung und sichere Finanzierung professioneller Netzwerke und Angebote. So brauchen Mutter-Kind-Heime klare Qualitätsstandards sowie Personal und Geld, diese Standards umzusetzen. Bisher erhalten sie nur Geld für die personelle Mindestausstattung. Haben die Mütter einen höheren individuellen Bedarf, sind es in der Regel die Mitarbeiterinnen, die diesen höheren Bedarf durch persönliches Engagement ausgleichen. Diese dauerhafte Überforderung kann nicht der richtige Weg sein.

Die GRÜNE-Fraktion will mit diesem Ausstellungsprojekt auf die Situation minderjähriger Mütter in Sachsen aufmerksam machen. Wir wollen auch vor Ort mit den Menschen ins Gespräch kommen, Hilfen diskutieren  und  Partner für politische Lösungen gewinnen. Dazu werden im Rahmen dieser Ausstellung auch Fachgespräche vor Ort dienen.