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„Je höher – desto besser?“ – Diskussion zum geplanten Hochwasserschutzdamm Glashütte

Diskussionen in Glashütte zum Hochwasserschutzdamm
Diskussionen in Glashütte zum Hochwasserschutzdamm

Das Hochwasserrückhaltebecken Glashütte steht exemplarisch für Hochwasserschutz im Osterzgebirge. Es ist eines von vielen Projekten der Landestalsperrenverwaltung zum technischen Rückhalt von Hochwasser. Durch die geplanten Dämme werden aber nicht nur die Täler im Osterzgebirge zerstört, sondern der Hochwasserschutz erfolgt durch rein technische Maßnahmen und lässt naturnahen Rückhalt außen vor.

Auf Anfrage der Bürgerinitiative Glashütte gegen die geplante Erweiterung des Hochwasserrückhaltebeckens hatte Johannes Lichdi, der umweltpolitische Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag am 27.05.2009 zur Diskussionsrunde für und mit den Bürgerinnen aus Glashütte und Umgebung eingeladen. Dabei wurden nicht nur die Pläne für Glashütte vorstellt, sondern auch der übergeordneten Rahmen für das Osterzgebirge diskutiert.

Die Landestalsperrenverwaltung plant in Glashütte, das Speichervolumen des Rückhaltebeckens um das 20ig-fache zu erweitern. Zu diesem Zweck soll der Damm des bestehenden Beckens im Prießnitztal um 20 Meter erhöht werden.

Ein solcher Ausbau wäre ein verheerender Einschnitt in Natur und Landschaft, fand nicht nur Jens Weber von der Grünen Liga Osterzgebirge, sondern auch Manfred Legler von der Bürgerinitiative Glashütte. Die Bürger fürchten die Zerstörung des Prießnitzstals und sehen Ihre Lebensqualität während der Bauphase durch die Verkehrsbelastung bedroht.

Statt auf rein technischen Hochwasserschutz zu setzen, der zweifelsohne wichtig ist, verwies Johannes Lichdi auf die Möglichkeiten des Hochwasserrückhalts durch Anpassung der Flächenutzung. Ein Forschungsprojekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Osterzgebirge bewies, dass der Oberflächenabfluss unter anderem durch Aufforstung deutlich gesenkt werden kann.

Hochwasserrückhalt durch Änderung der Flächennutzung war ursprünglich auch das Ziel in den Hochwasserentstehungsgebieten. Das Hochwasserentstehungsgebiet Geising/Altenberg war 2006 das Erste, das im Freistaat Sachsen ausgewiesen wurde. Doch leider ist bis heute in diesen Gebieten noch nichts passiert, was den Hochwasserrückhalt tatsächlich verbessert hätte.

Johannes Lichdi gibt die Schuld dafür der unzureichenden Unterstützung durch die Sächsische Staatsregierung. Die Flächenbewirtschafter werden weder beraten, noch gibt es geeignete Förderprogramme zur Aufforstung oder zur Umstellung auf extensive Grünlandbewirtschaftung zum Hochwasserschutz.

„Von einer Ausweisung per Rechtsverordnung wurde noch keine Hochwasser verhindert. Hier müssen endlich Taten folgen, sonst sind die Hochwasserentstehungsgebiete das Papier nicht wert, auf denen sie beschrieben werden“, so Lichdi.

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