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Lösungen für Eckersbach – Diskussion um Heizkraftwerk und Stadtentwicklung

DIskussionsrunde in Eckersbach
DIskussionsrunde in Eckersbach

Die öffentliche Debatte um das im Zwickauer Stadtteil Eckersbach geplante Ersatzbrennstoffheizkraftwerk war für die GRÜNE-Landtagsfraktion zum zweiten Mal Anlass, zu einer öffentlichen Veranstaltung einzuladen.

Die Diskussion fand Dienstagabend (30-6-2009) direkt in Eckersbach statt. Rund 120 interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen in den Vereinstreff 'Maulwurfhügel' und diskutierten über den Bau dieser Anlage, gefürchtete Schadstoffemissionen, Mülltransporte und Auswirkungen auf den Stadtteil.

Die Crimmitschauer Landtagsabgeordnete Elke Herrmann (GRÜNE) moderierte die Veranstaltung. Sie unterstrich nochmals ihre Einschätzung, dass der Bau dieses Heizkraftwerkes keine zukunftsfähige Lösung für Zwickau-Eckersbach sein kann. "Wir müssen Visionen für den Stadtteil entwickeln, die die Menschen ermutigen, hier zu leben. Dazu gehört auch, dass alternative Energiekonzepte diskutiert werden. Dies ist derzeit in Zwickau leider nicht der Fall."

"Wir sollten fragen, was braucht Eckersbach, damit es keine Geisterstadt wird, sondern auch attraktiv für junge Menschen und Familien. Dazu sind Kreativität, Lebensqualität und Tatkraft gefragt, aber kein Heizkraftwerk!", forderte die Abgeordnete.

Statt auf kurzfristige Teillösungen zu setzen, befürwortet Herrmann ein langfristiges Konzept. Zwei praktische Beispiele aus Leipzig und aus Leinefelde wurden näher erörtert.

Andreas Hipp, Geschäftsführer der 'DENK architekten ingenieure Leipzig' stellte das dena-Modellprojekt eines sanierten Plattenbaus in Leipzig vor. Er machte deutlich, dass die energetische Gebäudesanierung neben den positiven Umweltauswirkungen einen erheblichen und langfristigen Wertzuwachs der Immobilien bedeutet, der sowohl den Eigentümern als auch den Mietern zugute kommt.

Herrmann Sträb, dessen Büro 'GRAS*' in Dresden seit vielen Jahren mit den Stadtplanungen in Leinefelde (Thüringen) beschäftigt ist, wies in seinem Vortrag darauf hin, dass durch eine integrierte, langfristige Stadtplanung mit aktiver Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger selbst unter Schrumpfungsbedingungen eine erhebliche Lebensqualität gewährleistbar ist. 

An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen die Zwickauer Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß, Frieder Hachenberger, Vorstand des Zwickauer Wohnungsbaugenossenschaft eG, Volker Schneider, Kaufmännischer Geschäftsführer der Zwickauer Energieversorgung GmbH und Annett Gruschwitz, Sprecherin der Bürgerinitiative 'Saubere Luft' teil.

Elke Herrmann schloss die Podiumsdiskussion mit einem Zitat von Hundertwasser: "Die scheinbaren Mehrkosten eines ökologisch gesunden Hauses oder eines menschlichen Hauses sind gar keine. Denn sie werden durch eine höhere Wohnqualität und durch Glücklichsein amortisiert. Seelische Depressionen und Unkritischsein kosten viel mehr Geld."

Die rege Diskussion und die besonders aktive Teilnahme des Publikums zeigten, welche Relevanz dieses Vorhaben für die Region hat.

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