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Bildung | 22.05.14

Aktuelle Debatte zu Betreuungsschlüssel in Kitas

Erzieherinnen und Erzieher, Kita-Leitungen, etc. nach der Debatte mit der GRÜNEN Fraktionschefin Hermenau
Erzieherinnen und Erzieher nach der Debatte mit der GRÜNEN Fraktionschefin Antje Hermenau

Auf Antrag der GRÜNEN-Fraktion wurde heute im Sächsischen Landtag über die Verbesserung des Kita-Betreuungsschlüssels debattiert. Seit Jahren fordern Eltern, Kita-Personal, Kommunen und Kita-Träger eine bessere Betreuer-Kind-Relation, um den anspruchsvollen Aufgaben in der Kindertagesbetreuung gerecht werden zu können. Aktuell liegt dem Landtag eine Petition mit dem Titel „Weil Kinder Zeit brauchen – Für einen besseren Personalschlüssel in Sachsens Kitas“ vor, die rund 78.000 Menschen unterschrieben haben.

Anlässlich der Debatte hatte die Parität Kita-Träger und Leitungen aufgerufen, in den Landtag zu kommen, um das Geschehen live zu verfolgen. Viele Erzieherinnen und Erzieher kamen und machten mit dem Slogan „Schlüssel für Sachsens Zukunft“ deutlich, worum es geht.

Unter der CDU-/FDP-Koalition ist in den vergangenen fünf Jahren trotz vieler Versprechen und einigen Modellprojekten kaum etwas passiert. Für die anstehenden Haushaltsverhandlungen zeigt sich insbesondere die CDU zerrissen. Einige Abgeordnete unterstützen die Forderungen der Wohlfahrtsverbände, Eltern und ErzieherInnen, können sich aber nicht durchsetzen. Andere CDU-Abgeordnete negieren die Probleme in den Kitas gänzlich. Sie loben die wertvolle Arbeit, ohne einzuräumen, dass es dafür bessere finanzielle und personelle Ressourcen braucht. In die gleiche Kerbe schlug heute auch Ministerin Brunhild Kurth (CDU), die sich trotz wiederholter Nachfragen in Bezug auf die Haushaltsverhandlungen nicht klar positionieren wollte.

SPD und LINKE unterstützen das Ziel eines besseren Betreuungsschlüssels, finden aber keine Antwort auf die Frage der Gegenfinanzierung. Die GRÜNE-Fraktion hat dagegen klare Deckungsquellen benannt und gezeigt: Ein besserer Personalschlüssel ist finanzierbar. Die Staatsregierung zieht sich gern darauf zurück, in jedem Jahr mehr für die Kitas auszugeben. Dabei wird verschwiegen, dass die Kosten nur steigen, weil es mehr Kinder in den Einrichtungen gibt. Faktisch gibt sie seit Jahren keinen Cent mehr pro Kind aus, denn der Landeszuschuss ist seit 2005 eingefroren.

Die Forderung nach mehr Personal darf nicht dazu verleiten, Abstriche bei der Qualität zuzulassen. Wir GRÜNE sind überzeugt, dass die Kitas angesichts wachsender Aufgaben mehr Fachkräfte brauchen. Die Ausweisung von "nicht explizit pädagogische Aufgaben", für die die Regierung gerne "zusätzliche Kräfte" in die Kitas holen will, ist für uns inakzeptabel. Zurecht stellt der Bildungsplan hohe Qualitätsanforderungen. Damit letztlich gute Arbeit in den Kitas möglich ist, braucht es neben einer guten pädagogische Konzeption aber auch ausreichend Fachpersonal und faire Rahmenbedingungen - das heißt Zeit.

» Pressemitteilung der Fraktion zur Debatte

» Rede der Fraktionschefin Antje Hermenau

» GRÜNER Antrag "Für eine bessere Personalausstattung und Fachberatung für Kindertagesstätten und -pflege - gemeinsame Strategie von Freistaat, Kommunen und freien Trägern auf den Weg bringen" (Drs. 5/1519)

» Kampagne "Weil Kinder Zeit brauchen"

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