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Bildung | 16.01.18

Die GRÜNE Landtagsfraktion Sachsen erhielt zu Jahresbeginn Post von den Jungphilologen des Goethe-Gymnasiums Bischofswerda. Darin zeigten sich die Lehrerinnen und Lehrer äußerst besorgt angesichts der aktuellen Entwicklungen im sächsischen Bildungssystem. Petra Zais, bildungspolitische Sprecherin, hat für die Fraktion zum Schreiben Stellung genommen.


Meinungsbild zur aktuellen Bildungspolitik in Sachsen:
Ihr Schreiben vom 08.01.2018


Sehr geehrte Damen und Herren,


vielen Dank für Ihr Schreiben vom 08.01.2018 und die Darstellung Ihres Standpunktes zu aktuellen Entwicklungen in der sächsischen Bildungspolitik. Gerne möchte ich als bildungspolitische Sprecherin der GRÜNEN-Landtagsfraktion dazu Stellung nehmen.

Ich teile Ihre Skepsis und verstehe Ihre Sorgen angesichts der verfehlten Bildungspolitik der seit Jahrzehnten stets CDU-geführten Staatsregierung. Sie haben Recht mit der Feststellung, dass die Arbeitsbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer im Freistaat im bundesweiten Vergleich äußerst schlecht sind, nicht nur, aber auch hinsichtlich der Bezahlung. Und Sie sprechen einen zentralen Kritikpunkt an, wenn Sie von der  Unruhe berichten, die die letzte Entscheidung der CDU-Fraktion bezüglich einer Prüfung der Verbeamtung von Teilen der Lehrerschaft in die Kollegien gebracht hat.

Wir haben uns in der GRÜNEN-Landtagsfraktion mehrfach intensiv mit dem Thema Lehrermangel, mit möglichen Lösungswegen und auch mit den Vorstößen aus Kultusministerium und CDU-Fraktion befasst. Der Mangel an gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern  ist so dramatisch, dass die Stabilität und Qualität des sächsischen Bildungssystems akut gefährdet ist. Wenn nicht endlich konsequent gegengesteuert wird, steht der Bildungserfolg einer Generation sächsischer Schülerinnen und Schüler auf dem Spiel.

Wir GRÜNE fordern deshalb seit Jahren, dass sich die Rahmenbedingungen für die Lehrkräfte in Sachsen verbessern. Dazu gehört für uns eine gerechte Bezahlung ohne Unterschiede zwischen den Schularten, gute Arbeitsbedingungen in den Schulen und eine familienfreundliche Personalpolitik.

Auch die Verbeamtung ist eine Möglichkeit, die wir angesichts der dramatischen Situation politisch nicht ausschließen sollten. Damit würde zum einen Beamten aus anderen Bundesländern die Rückkehr und eine Tätigkeit in Sachsen ohne Entlassung aus dem Beamtenstatus ermöglicht. Zum anderen hätte jede angestellte Lehrkraft, die die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, die Chance, sich für oder gegen eine Verbeamtung zu entscheiden.

Um neue Ungerechtigkeiten in den Klassenzimmern zu verhindern und eine wirklich freie Entscheidung zu ermöglichen, ist eine bessere Bezahlung der tarifbeschäftigen Lehrerinnen und Lehrer unverzichtbar. Dabei plädieren wir für einen Tarifvertrag für Lehrerinnen und Lehrer (Lehrerentgeltordnung).

Wir fordern darüber hinaus einen Pakt für Bildung, in den auch die Lehramtsausbildung, die Regelung des Seiteneinstiegs, die Entbürokratisierung der Schulabläufe und die Anerkennung zusätzlicher Leistungen gehören.           

Ich hoffe, ich konnte Ihnen den Standpunkt der GRÜNEN-Landtagsfraktion deutlich machen und freue mich, wenn Sie mit weiteren Hinweisen oder Fragen auf uns zu kommen.


Mit freundlichen Grüßen

Petra Zais
Landtagsabgeordnete
Bildungspolitische Sprecherin

 

» Antwort der Abgeordneten Petra Zais als PDF

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