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Klimawandel und Energiekrise: Ist Chemnitz vorbereitet?

Auf der Chemnitzer Klimakonferenz der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wurde deutlich, dass durch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen eine globale Krise droht, die auch vor den sächsischen Städten nicht halt machen wird. Steigende Energiekosten, die jüngste Gaskrise, schwindende Erdölreserven oder millionenschwere Schäden durch Wetterextreme sind dafür alarmierende Anzeichen.

Anhand vieler Beispiele wurde diskutiert, wie in Chemnitz die knapper werdenden Ressourcen z.B. durch energetische Sanierung von Alt- und Neubauten intelligent genutzt, die Erneuerbaren Energien ausgebaut sowie
Klimaanpassungen vorgenommen werden können.

Johannes Lichdi, umwelt- und energiepolitischer Sprecher der Fraktion GRÜNE, warnte jedoch: "Die in Chemnitz begonnenen Klimaschutzbemühungen werden ohne deutliche Reduzierung des klimaschädlichen Braunkohleeinsatzes kaum zum Erfolg führen." Über 60 Prozent der gesamtstädtischen CO2-Emissionen entstehen derzeit allein durch die Verbrennung von Rohbraunkohle im Heizkraftwerk Nord.

"Energie für alle" als soziale Herausforderung

Der Energiepreisanstieg entwickelt sich auch in Chemnitz zu einem drängenden sozialen Problem. Immer mehr Menschen machen sich Sorgen, wie sie Strom-, Heiz- und Tankrechnungen bezahlen sollen. Der Preisauftrieb belastet besonders einkommensschwache Haushalte. "Energie für alle" wird zu einer
sozialen Herausforderung, deren Umfang noch stark unterschätzt wird.

Antworten auf diese neue soziale Frage versuchte Markus Kurth,
sozialpolitischer Sprecher der GRÜNEN Bundestagsfraktion zu geben: "Zum
einen wollen wir die Energierechnungen der Verbraucherinnen und Verbraucher durch eine Energiesparoffensive deutlich senken. Insbesondere
einkommensschwachen Haushalten wollen wir helfen, sich durch Energiesparen und effiziente Technik gegen die steigenden Energiepreise zur Wehr zu setzen. Zum anderen wollen wir die Grundversorgung mit Energie durch sozial-ökologische Energietarife und eine verbesserte soziale Grundsicherung für alle sicherstellen." Weiterhin forderte Kurth energetische Gebäudesanierung auch in sozialen Brennpunkten, das Verbot vollständiger Strom- und Gassperren sowie den Anspruch auf Energieberatung für Sozialleistungsempfänger.

Viele wichtige Themen konnten auf der siebenstündigen Tagung nur andiskutiert werden - so zum Beispiel die durch häufigere heiße Sommerwochen auftretenden Gesundheitsprobleme - insbesondere beim steigenden Anteil der älteren Stadtbevölkerung.

"Ich empfehle allen Akteuren in einem Chemnitzer Klimabündnis zusammenzuarbeiten. Umso mehr Menschen Klimaschutz als lokale
Herausforderung erkennen, desto größer ist die Chance, dass Kinder, Enkel
und Urenkel auch noch lebenswerte Verhältnisse in unseren Städten vorfinden
werden. Und für die einheimische Wirtschaft ist Klimaschutz das beste
Konjunkturprogramm," so Johannes Lichdi.

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