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Grüne für Gleichstellung der Geschlechter

Außerhalb medialer Aufgeregtheit und politischer Resignation wollte die GRÜNE-Fraktion fundierte Einblicke in das Leben von Jungen und Männern in Sachsen  erhalten und stellte eine entsprechende Große Anfrage. Schnell wurde deutlich: Auch in Sachsen besteht keine Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen. Männer sind im öffentlichen Leben meist überrepräsentiert. Gleichzeitig wird ihren Problemlagen wenig Beachtung geschenkt, es fehlt an politischen Lösungsstrategien. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht auf der politischen Agenda zwar weit oben, doch Männer müssen noch immer gegen Vorurteile ankämpfen, wenn sie sich an Familienaufgaben beteiligen wollen. Sachsen handelt das Thema im Frauenförderungsgesetz ab – ohne Männer überhaupt als Partner in den Familien wahrzunehmen. So werden sie kaum angesprochen. Männer sind deutlich häufiger von Suchtkrankheiten betroffen als Frauen. Trotzdem kennt die Staatsregierung keine jungen- und männerspezifischen Präventionsangebote. Ein ähnlich erschreckendes Bild zeigt sich bei Förderschulen mit den Schwerpunkten Lernen sowie soziale und emotionale Entwicklung: hier liegt der Jungenanteil zwischen 60-85%, in manchen sogar bei 95-100%. Dennoch sieht die Staatsregierung keine Notwendigkeit, das Problem unter geschlechtsspezifischen Blickpunkten anzugehen.

Sachsen ist konservativer als viele im urbanen Raum glauben. Männer halten 83% aller Sitze in Kreisräten und 81% in Gemeinderäten, 88% der Bürgermeister sind Männer und 91% der Landräte. In den Aufsichtsräten sieht es nicht besser aus: 74 der 77 vom Freistaat zu besetzenden Aufsichtsratsposten haben Männer inne. Seit 2004 wurden 86 Posten neu besetzt, davon 82 mit Männern. Die Staatsregierung ignoriert ihren Koalitionsvertrag, in dem eine Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen festgeschrieben ist.

Frauen können das nicht attraktiv finden. Ihre hohe Abwanderung insbesondere zwischen 15 und 25 Jahren spricht Bände. Die gerade im ländlichen Raum verbleibenden „Männerüberschüsse“ entwickeln sich zu einem gesellschaftlichen Problem, insbesondere wenn den Problemlagen kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird. Von mehr Freiheiten für vielfältige Lebensentwürfe und Beratungsangeboten in schwierigen Lebenslagen würden in Sachsen auch viele Männer profitieren. 

Doch bereits die Landtags-Debatte zur Großen Anfrage im März 2008 zeigte, dass Sachsen noch weit entfernt ist von einer bewussten Gleichstellung von Männern und Frauen.

weitere Informationen:

  • Redebeitrag der Landtagsabgeordneten Elke Herrmann zum Erfahrunsgbericht der Staatsregierung zur Situation von Frauen im öffentlichen Dienst am 29. Mai 2008
  • Redebeitrag der Fraktionsvorsitzenden Antje Hermenau zur Situation von Männern in Sachsen am 6. März 2008
  • Eckpunktepapier zur Großen Anfrage "Zur Situation von Männern in Sachsen", Drs. 4/9494

Kontakt

Elke Herrmann

Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden

Telefon: 0351 / 493 48 48
Telefax: 0351 / 493 48 09

elke.herrmann(at)slt.sachsen.de

www.buergerbuero-elke-herrmann.de

Mehr Chancen für Frauen in der Kultur

Antrag (Drs. 4/14357) der GRÜNEN-Fraktion

Dokumentation des Fachgesprächs vom 3. März 2009 (PDF)

Wie viel Geld für Wen? - Geschlechtergerechtigkeit als Thema der Haushaltspolitik

Dokumentation der Veranstaltung vom 1. Juli 2008 in Dresden

PDF zum Download

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