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Chancen für den wissenschaftlichen Nachwuchs verbessern - Jetzt!

Protestaufruf an der Leipziger Uni (Foto: micadoX (flickr.com), Lizenz: CC BY NC SA 2.0)

Foto: micadoX (flickr.com), Lizenz: CC BY NC SA 2.0

Die sächsischen Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen leisten nicht nur einen maßgeblichen Beitrag zur Ausbildung und Qualifizierung junger Menschen, sie sind auch ein unverzichtbarer Innovationsmotor in allen relevanten Lebensbereichen. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, benötigt die sächsische Hochschullandschaft allerdings Planbarkeit und Sicherheit hinsichtlich ihrer Rahmenbedingungen sowie eine Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, um auch in Zukunft den Herausforderungen gewachsen zu sein.

Trotz ständig neuer Rekorde bei der Drittmitteleinwerbung bleibt festzustellen: Zukunfts- und Planungssicherheit können die sächsischen Hochschulen nur durch eine ausreichende Grundfinanzierung erreichen. Von diesem Ziel ist Sachsen weit entfernt. So bleiben die sächsischen Universitäten zum Beispiel mit 6.600 Euro pro Studierendem weit unter dem Bundesdurchschnitt von 7.300 Euro pro Studierendem. Der CDU/FDP-Regierungskoalition sind solche Vergleiche derart unangenehm, dass sie diese Tatsache bestreitet, obwohl die Unterfinanzierung durch das Statistische Landesamt, das Statistische Bundesamt und selbst durch den Hochschulentwicklungsplan bestätigt wird. Auch die jüngst angekündigten 57 Mio. Euro, die ab 2015 jährlich an die Hochschulen gehen sollen aus der ehemaligen BAföG-Mitfinanzierung des Landes, sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Bei den Haushaltsberatungen für die Jahre 2013/2014 hatte sich die GRÜNE-Fraktion für eine Aufstockung der laufenden Grundmittel für die sächsischen Hochschulen um 25 Millionen Euro im Jahr 2013 und 53 Millionen Euro im Jahr 2014 eingesetzt. Jetzt steht der nächste Haushalt an und auch jetzt geht es wieder darum, der mittlerweile enormen Drittmittelabhängigkeit der Hochschulen durch eine solide Grundfinanzierung entgegenzuwirken.

Nichts gegen die Einwerbung von Drittmitteln! Aber wenn im Wissenschaftsministerium die Meinung existiert, die staatliche Hochschulfinanzierung sei nur als "Fehlbedarfsfinanzierung der Mittel, die nicht durch Drittmittel gedeckt werden können" zu betrachten, dann wäre das ein Offenbarungseid und würde das Finanzierungssystem der Hochschulen auf den Kopf stellen.

Apropos Drittmittel: Nicht zuletzt der enorme Anstieg der Drittmittelfinanzierung in den letzten Jahren hat an den Hochschulen zu prekären Beschäftigungsverhältnissen in bisher unbekanntem Maße geführt. Die prekäre Beschäftigung an Hochschulen liegt keinesfalls 'in der Natur der Sache'. Daueraufgaben wie Laborbetreuungen und Lehre benötigen Dauerstellen. Und auch Qualifizierungen oder Drittmittelprojekte laufen in den seltensten Fällen nur wenige Monate.

Deshalb forderte die GRÜNE-Fraktion in einem Antrag die Schaffung eines Mindestanteils unbefristeter Beschäftigungsverhältnisse. Darüber hinaus wollen wir Verhandlungen zu einem eigenständigen Wissenschaftstarifvertrag voranbringen und verlässliche Karrierewege in der Wissenschaft jenseits der klassischen Professur schaffen.

» Rede des Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Gerstenberg zum Antrag der GRÜNEN-Fraktion "Bessere Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs - zukunftsfähige Personalstrukturen an den Hochschulen schaffen" (Drs. 5/5694) am 21. Mai 2014

» GRÜNER Antrag "Bessere Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs - zukunftsfähige Personalstrukturen an den Hochschulen schaffen" (Drs. 5/5694)

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