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Antje Hermenau: Steuersätze der Frauen senken

Frauen in Deutschland sind seit Jahrzehnten schlechter gestellt: Im Vergleich zu Männern bekommen sie weniger Lohn, haben schlechtere Karrierechancen und übernehmen zu Hause die Kindererziehung. Auch im Steuerrecht spiegelt sich ihre Benachteiligung wider, denn sie werden mit der Steuerklasse V für ihre Entscheidung pro Familie zur Kasse gebeten. In Konkurrenz um Jobs haben Frauen mit Kindern klare Wettbewerbsnachteile gegenüber Männern.

Antje Hermenau, Vorsitzende der GRÜNEN-Fraktion im Sächsischen Landtag, sprach am 10. Juni 2007 gegenüber der BILD am Sonntag über einen möglichen Schritt zur Lösung des Problems. Über eine Absenkung der Einkommenssteuer nur für Frauen soll eine Verbesserung erzielt werden. Positiver Nebeneffekt: Dem Staat ist bei der Lösung demografischer Probleme ebenfalls geholfen. Männer bringt dieser Vorstoß ebenfalls etwas: sie werden nicht länger in ihrer Rolle als Haupt- bzw. Alleinverdiener festgenagelt. Um die damit sinkenden Einnahmen auszugleichen, ist nach ihrer Ansicht die Belastung für Männer leicht anzuheben. Für eine Steuersenkung für Frauen sprachen sich in dem Artikel auch die Volkswirtin, Dr. Gertrud Traud, die Managerin Brigitte Vöster-Alber und zwei Wissenschaftler aus.

Antje Hermenau wünscht sich eine wissenschaftliche Begleitung dieses Vorstoßes als Experiment. Nach Abschluss der Versuchsphase soll bewertet werden, ob es tatsächlich eine Modernisierung der altmodischen und nicht mehr den familienpolitischen Realitäten entsprechenden Steuersystem gab. 

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