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Rege Diskussionen bei Klimakonferenz in Chemnitz

Am 21. April konnte die Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zahlreiche Interessenten zur Chemnitzer Klimakonferenz im Industriemuseum begrüßen. An der Diskussion beteiligten sich neben den Referenten und anderen Mitarbeitern der städtischen Ämter auch Vertreter der TU, der Energiewirtschaft, Stadträte der SPD, Mitglieder der Agenda 21 und weitere Interessierte von jung bis alt. "Man merkt, Chemnitz ist seit 2009 in der Diskussion gut vorangekommen, es war die lebendigste regionale Klimakonferenz", lobte zum Schluss Johannes Lichdi, energiepolitischer Sprecher der Fraktion, welcher den ganzen Tag moderiert hatte. Einen umfassenden Bericht zur Konferenz finden Sie auf www.wir-sind-klima.de

Ob auf den zahlreichen Charts des Klimaforschers Wilfried Küchler oder in den Ergebnissen der Wetterstation Chemnitz, die Umweltamtsleiter Dr. Thomas Scharbrodt zeigte: Die Temperaturkurve geht nach oben. Je nach Wetterlage ist es kälter als im Vorjahr, aber in der Tendenz schreitet die Erderwärmung fort. Die beobachteten Werte liegen weit oberhalb der verschiedenen Modelle der Wissenschaftler. Dafür sorgt der Treibhauseffekt, der sich bei einem bestimmten CO2-Anteil in der Luft einstellt. Vor 5 Mio. Jahren war er zuletzt zwei Grad wärmer als heute. Leidtragende seien vor allem die Landwirte. "Wir haben nicht zu schwarz gemalt, sondern zu weiß gestrichen", bemerkte Wilfried Küchler.

Hauptdiskussionspunkte waren deshalb die angestrebten Ziele des Chemnitzer Klimaschutzkonzeptes: Begrenzung des CO2-Ausstoßes pro Einwohner auf den Richtwert 2,5 Tonnen, die Senkung um zehn Prozent alle fünf Jahre, die Halbierung gegenüber dem Stand von 1990 bis 2030. Mit 62 verschiedenen Maßnahmen will das Energieteam in der Stadtverwaltung an diesen Zielen arbeiten. In der Realität stagniert jedoch der Klimaschutz in Chemnitz. Der CO2-Ausstoß ist seit 2002 wieder angestiegen und beträgt sieben bis acht Tonnen je Einwohner. Die Hälfte davon entfällt dabei auf die Stromerzeugung.

Ein weiterer Diskussionspunkt widmete sich dem Potenzial klimafreundlicher Energieerzeugung in Chemnitz. Um dieses auszubauen, wurden Lösungen wie die Errichtung weiterer Windenergieanlagen Richtung Wittgensdorf vor sowie mehr Photovoltaik und Beteiligungen an bestehen den Anlagen vorgeschlagen. Das bisherige Energiekonzept und der Einstieg in die erneuerbaren Energien seien noch viel zu vage, daraus entstünden auch wirtschaftliche Risiken durch die ansteigenden Preise für CO2-Zertifikate.

Der zweite große Verursacher der schlechten CO2-Bilanz ist das Auto. Vom Tiefbauamt der Stadt Chemnitz wurde der Entwurf eines erstmalig erarbeiteten Radverkehrskonzepts sowie ein fortgeschriebener Nahverkehrsplan vorgestellt und verschiedene Optimierungsversuche genannt. Problem sei dabei immer die Akzeptanz der Bürger. Martin Schmidt, Stadtrat BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, illustrierte das angesprochene Problem, dass man mit Bus und Bahn oft drei Mal so lange unterwegs ist wie mit dem Auto.

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