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Nochten II weder energiewirtschaftlich noch klimapolitisch zu rechtfertigen

Braunkohlebagger (Foto: Martin Roell (flickr.com), Lizenz: CC BY SA 2.0)

(Foto: Martin Roell (flickr.com), Lizenz CC BY SA 2.0)

Nicht nur die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden Rohne, Mulkwitz, Schleife, Mühlrose und Trebendorf haben gute Argumente gegen den neuen Tagebau Nochten II: Sie kämpfen um ihre Heimat.

Auch zahlreiche Wissenschaftler, der wohl prominenteste unter ihnen ist Prof. Dr. Christian von Hirschhausen vom DIW Berlin, sehen die Erschließung von Nochten II kritisch. So kommt Hirschhausen zu dem Ergebnis "Der Aufschluss des Tagebaus Nochten II ist (..) energiewirtschaftlich nicht gerechtfertigt." (Nochten heute, S. 2, März 2013).

Selbst Energiekonzerne wie E-ON und Vattenfall sehen offenbar in der Kohleverstromung kein zukunftsfähiges Geschäftsmodell mehr. Die in Fahrt kommenden internationalen Klimaschutzanstrengungen werden dieses Umdenken noch beschleunigen.

Auch für den Energieexperten der GRÜNEN-Landtagsfraktion in Sachsen, Dr. Gerd Lippold, ist der Neuaufschluss von Tagebauen heutzutage nicht mehr notwendig. Die Hälfte des sächsischen Braunkohlestromes wird bereits heute exportiert. Die heute genehmigten Tagebaue in der Lausitzer Region liefern für die dortigen Kraftwerke noch Energie bis zum Jahre 2040 und darüber hinaus. Mit Energie aus Sonne, Wind, Biomasse und Wasser stehen ausgereifte Alternativen bereit.

Dennoch hält Sachsens Staatsregierung an der Erschließung von Nochten II fest. Das bedeutet für  insgesamt 1.700 Menschen, dass sie umgesiedelt werden. Ein wichtiges Stück sorbischer Kultur und Tradition würde unwiederbringlich verloren gehen. Ohne Not wird wertvolle landwirtschaftliche Fläche einfach weggebaggert. Übrig bleiben saure Böden, saure Flüsse und Seen, monotone Neuanpflanzungen und Uferbereiche, die aufgrund der Rutschungsgefahr die nächsten hundert Jahre wohl nicht betreten werden dürfen.

Aus GRÜNER Sicht ist es unverantwortlich, heute vollendete Tatsachen zur Zerstörung weiterer Dörfer schaffen zu wollen, die auf Kohle stehen, welche nach 2030 mit hoher Wahrscheinlichkeit niemand mehr fördern will. Deshalb bewerben wir an dieser Stelle eine Mustereinwendung gegen den Tagebau Nochten II, die noch bis zum 18. Februar 2015 an das Oberbergamt in Freiberg geschickt werden kann.

» Mustereinwendung (PDF)

» Handreichung zur Wahrung der Beteiligungsrechte der anerkannten Naturschutzvereinigungen zur Erweiterung des Tagebaugebiets um Nochten II

» mehr lesen zum Braunkohle-Abbau in der Lausitz

» Rede von Dr. Gerd Lippold zur Aktuellen Debatte "Auch auf Sachsen kommt es an" zum Thema Klimaschutz (Dezember 2014)

» "Jetzt der Einstieg in den Ausstieg"- Dr. Gerd Lippold zum Braunkohleausstieg (Video, November 2014)

 

 

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