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Fachgespräch zur Zukunft der Gedenkstättenarbeit am 14.6.2017

Zahlreiche Fachleute aus den Gedenkstätten und Fördervereinen, Opfer-Verbänden und Aufarbeitungsinitiativen, Vertreter*innen aus Wissenschaft sowie der Gremien der Stiftung Sächsische Gedenkstätten sind unserer Einladung zum Fachgespräch gefolgt, um über Schwerpunkte für die Entwicklungskonzeption zu diskutieren.

Einführend ging Detlef Garbe, Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Hamburg und Mitglied im Expertengremium Gedenkstättenförderung bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, in einem Impulsvortrag auf aktuelle Herausforderungen für Gedenkstättenarbeit, Erinnerungskultur und historisch-politische Bildung vor allem aus der bundesweiten Perspektive ein.

Anschließend wurden Vorschläge und Ansatzpunkte gesammelt, welche Entwicklungsaufgaben in einer Konzeption berücksichtigt werden sollen.

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So geht es bei den bereits institutionell geförderten Gedenkstätten um die Personalausstattung und Ressourcen für die zeitgemäße Überarbeitung von Ausstellung, die Zielgruppenarbeit und die Reaktion auf neue Entwicklungen in Forschung und Gesellschaft. Der Unterstützung von ehrenamtlichen Initiativen kommt nach Ansicht vieler Expert*innen eine Schlüsselrolle zu, weil diese die Verankerung von Erinnerungsarbeit in der Gesellschaft ermöglichen. Dafür und auch für den Aufbau der laut der Novelle des Stiftungsgesetzes im Jahr 2012 neu zu fördernden Gedenkorte, müsse die Projektförderung verbessert werden. Als wichtige Querschnittsaufgabe wurden Bildungskonzepte und Besucheranalysen sowie die Zusammenarbeit mit Bildungsträgern von den Schulen bis zur Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung benannt.

Zentral für die Stiftung als Ganzes sei eine Schärfung ihres Profils und Selbstbildes: Wie kann sie ihren gesetzlichen Auftrag besser umsetzen und was sind Aufgabenschwerpunkte? Zudem ist die deutliche Steigerung von Transparenz, Vernetzung, Austausch mit allen Akteuren der Gedenkstättenlandschaft in Sachsen und bundesweit von großer Bedeutung.

Der Schwerpunkt der folgenden kontroversen Diskussion lag auf der Kritik an der derzeitigen Projektförderung. Hier wurden die aktuellen Aktivitäten und die Leistungsfähigkeit der Geschäftsstelle der Stiftung den Bedarfen der Akteur*innen für mehr Beratung und Austausch gegenübergestellt. Bislang wird die Eigeninitiative der Stiftung als unzureichend betrachtet. Fehlenden Anträgen könne durch eine Hilfe zur Professionalisierung entgegnet werden.

Das Fachgespräch war eine bislang eher seltene Gelegenheit zum Austausch verschiedener beteiligter Interessengruppen. Es ist deutlich geworden, dass ohne eine ausführliche inhaltliche Diskussion über die Ausrichtung der Stiftung eine Entwicklungskonzeption nur schwerlich Akzeptanz finden würde. Wir wollen die genannten Ansatzpunkte deshalb nun mit verschiedenen Akteur*innen weiter diskutieren und vorhandene Forderungen und Ideen als Grundlage für die politische Debatte zusammenstellen.

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