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Gleiche Chancen in Kunst und Kultur?

Sonja Näder (l.) und Gundula Hoffmann (r.) beim Fachgespräch. Foro: GFSN
Nancy Gibson (l.) und Elke Beer (r.) diskutieren mit. Foto: GFSN
Claudia Maicher (l.) beim Erfahrungsaustausch. Foto: GFSN

Beim Fachgespräch "Chancengleichheit in Kunst und Kultur" der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am 4.7.2015 im Gründerzentrum am Brühl in Chemnitz wurde die Situation von Frauen mit Gesprächspartnerinnen aus verschiedenen Kulturbranchen und -einrichtungen diskutiert.

Dr. Claudia Maicher (MdL), stellvertretende Fraktionsvorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, moderierte das Fachgespräch und stellte eingangs den Zwischenstand der bisherigen Initiativen der Fraktion zum Thema vor. So gibt es nach wie vor Einkommensunterschiede und eine Reihe strukturellen Benachteiligungen, denen die Fraktion mit realitätsnahen Instrumenten der Frauenförderung und Gleichstellung begegnen will. Diese wollen wir im Austausch mit Praktikerinnen entwickeln.

Sonja Näder, Vorstandsmitglied des Chemnitzer Künstlerbund e.V., sprach sich für höhere Frauenanteile in den Jurys und Gremien der Kulturförderung aus, weil damit die Situation von Künstlerinnen stärker mit berücksichtigt werde. Zudem schilderte sie die Einschränkungen für Künstlerinnen mit Kind bei der Berufsausübung.

Die Probleme der Vereinbarkeit von Kulturberuf mit Kind und Familie waren auch für Gundula Hoffmann, Direktorin des Figurentheaters des Theater Chemnitz, eine Schlüsselfrage. So sei es schwierig, wenn die organisatorischen Herausforderungen nach Rückkehr aus der Elternzeit in den Kulturbetrieben nicht selbstverständlich mitgedacht werden.

Die Direktorin der Stadtbibliothek Chemnitz, Elke Beer, bestätigte, das Frauen im Bibliotheksbereich sehr gut auf Leitungsebene vertreten sind. Das sei im Vergleich zu anderen Kulturbereichen eine Ausnahme. Sie berichtete aus der Perspektive ihrer Leitungsfunktion von der Problematik, dass viele kompetente und erfolgreiche Frauen aufgrund des Ausblicks auf eine schwere Vereinbarkeit von Familie und Beruf aber auch durch die immer noch überwiegenden klassischen Rollenverständnisse von Frauen und Männern für lange Zeit ihren Beruf ruhen lassen. Das sei auch für die Einrichtungen ein Nachteil.

Nancy Gibson, Leiterin der Städtischen Musikschule Chemnitz, griff dies auf, und berichtete davon, dass viele leistungsfähige Frauen erst überredet werden müssten, leitende Funktionen aufzunehmen, weil sie dies nicht für machbar halten, wenn sie nicht vollen Einsatz zeigen zu können. Sie plädierte dafür, dass auch bei Bewerbungsgesprächen die Möglichkeiten von Elternzeit und die Bedingungen für Eltern bei der Berufsausübung zum Thema gemacht werden sollten.

Mit den weiteren Gästen wurde schließlich die Notwendigkeit und praktische Umsetzung von Quotenregulierungen diskutiert sowie der Bedarf an Beratung und Vernetzung auch für Personen auf Leitungsebene, die über Einstellungen und Personalentwicklung entscheiden.

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