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Glyphosat: EU-Behörde für Neuzulassung trotz Krebsrisiko

Zur gestrigen Empfehlung der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA, einer Neuzulassung des Pflanzengifts Glyphosat zuzustimmen, erklärt Wolfram Günther, agrarpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion:

"Die WHO-Krebsagentur IARC hatte Glyphosat erst im März als >>wahrscheinlich krebserregend bei Menschen<< eingestuft. Dass die EFSA das Gift nun für weitere zehn Jahre zulassen will, ist eine Ungeheuerlichkeit. Ihre Gefährdungsanalyse wie auch die industrienahe Vorarbeit des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) kranken daran, dass den Herstellern des Giftes mehr Vertrauen geschenkt wird als den veröffentlichten Daten der Weltgesundheitsorganisation."

Für Günther steht außer Frage, dass die Voraussetzung für eine Wiederzulassung von Glyphosat nicht gegeben ist. Deshalb hat die GRÜNE-Landtagsfraktion gemeinsam mit den Linken einen Antrag gestellt, um den Einsatz von Glyphosat in Sachsen bis zur endgültigen Verlängerung der Zulassung zu unterbinden.

"Sollte es nicht zu einem EU-weiten Verbot kommen, muss die Sächsische Staatsregierung dafür sorgen, dass der Einsatz von Glyphosat stark eingeschränkt wird. Außerdem sind größere Anstrengungen zur Erforschung der Wirkungen des Pflanzengiftes notwendig", erklärt der Landwirtschaftsexperte.

 

Hintergrund:

Aktuell hat die EFSA die Ergebnisse ihrer Untersuchung in Form eines Gutachtens zusammengefasst. Der Bewertungsbericht wird zusammen mit der Schlussfolgerung der EFSA die Entscheidungsgrundlage für die Europäische Kommission bilden, die einen Verordnungsentwurf vorlegen muss. Dieser wird im zuständigen Ständigen Ausschuss der Europäischen Kommission in Brüssel erörtert und abgestimmt.

» GRÜNER Antrag: "Einsatz von Pflanzenschutzmitteln insbesondere mit den Wirkstoffen Clomazone und Glyphosat stärker reglementieren und Auswirkungen weiter erforschen" (Drs. 6/2666)

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