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Wir lassen die Sau raus!

Optimalzustand: Schweine auf grüner Wiese frei unterwegs. Foto: Chris Zielecki (flickr.com), Lizenz: CC BY SA 2.0

Foto: Chris Zielecki (flickr.com), Lizenz: CC BY SA 2.0

Brutales Ferkeltöten, viel zu enge Kastenstände, Verstümmelungen ohne Betäubung, Zunahme an resistenten Keimen in Sachsens Ställen: Leider gibt es kaum gute Nachrichten aus Tierfabriken.

Deshalb spricht sich die GRÜNE-Landtagsfraktion für eine Neuausrichtung der Tierhaltung in Sachsen aus: weg von Mega-Ställen und Turbomast hin zu einer artgerechten Haltung, die sich an den Bedürfnissen der Tiere und nicht an der Gewinnmaximierung der Betriebe orientiert. Weniger Tiere, mehr Platz und Schluss mit präventiver Antibiotikagabe. Kurz: Wir lassen die Sau raus!

Für Tiertransporte und die Schlachtung fordern wir strengere Kontrollen der bestehenden Tierschutzvorschriften.

Die Förderung artgerechterer Tierhaltung spielte bisher kaum eine Rolle. In den Jahren 2012 und 2013 flossen durchschnittlich gerade einmal 3,2 Prozent der Fördermittel für die Entwicklung des ländlichen Raums in den artgerechten Umbau von Stallanlagen. Künftig sollen Umbauten mit einem Bonus von 15 Prozent bedacht werden. Ein erster Schritt, der nicht zuletzt dem Druck seitens der Europäischen Union und dem "Aktionsplan zum Schutz und Wohlbefinden von Tieren" zu verdanken sein dürfte. Dagegen ist Sachsen leider bei der Förderung großer Mast- und Zuchtanlagen einsamer Spitzenreiter. 2008 und 2009 flossen allein 44 Millionen Euro in die Subventionierung von Tierfabriken, in denen Lebewesen nur als Teil eines industriellen Produktionsprozesses betrachtet werden. Die GRÜNE-Landtagsfraktion will deshalb auch die Förderpolitik reformieren: Künftig soll sich eine Förderung ausschließlich an tierschutzgerechten, ökologischen und nachhaltigen Kriterien orientieren.

Was bei der Tierhaltung anfängt, hört auf den Feldern noch lange nicht auf. Solange Sachsens Landwirtschaft noch EU-Fördermittel erhält, setzen wir uns dafür ein, dass nur gefördert wird, was der Gesellschaft dient. Betriebe, die Unmengen Mineraldünger, Gülle, Klärschlamm und Gärreste aus Biogasanlagen auf ihre Felder kippen und damit Boden und Grundwasser verseuchen, müssen von der Förderung ausgeschlossen und für die Umweltfolgeschäden haftbar gemacht werden. Mit einer verlässlichen finanziellen Förderung bei der Umstellung auf Ökolandwirtschaft sowie verstärkten Beratungsangeboten zu regionaler Erzeugung, Verarbeitung und Produktvermarktung will die GRÜNE-Landtagsfraktion den bäuerlichen Mittelstand in Sachsen fördern.

» mehr Infos zu Massentierhaltung in Sachsen

» GRÜNER Antrag "Kein Platz für Tierfabriken in Sachsen - bodengebundene bäuerliche Tierhaltung stärken" (Drs 5/7082)

» Video zu multiresistenten Keimen in sächsischen Schweineställen

» Ernährung ist eine Frage der Haltung - GRÜNE-Ostfraktionen verfassen gemeinsames Positionspapier gegen Massentierhaltung (Stand: März 2014)

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