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Wolfram Günther besucht Naturschutzgroßprojekt am Geisingberg

Am 30. Mai hat unser umweltpolitischer Sprecher Wolfram Günther das Naturschutzgroßprojekt „Bergwiesen im Osterzgebirge“ am Geisingberg besucht.

 

Die im nächsten Jahr auslaufende Förderung durch das seit 2000 hauptsächlich vom Bundesamt für Naturschutz unterstützte Projekt bot Anlass vor Ort zu diskutieren, welche Zukunftsperspektiven für dieses einmalige naturschutzfachlich wertvolle Gebiet es geben könnte.

Bereits jetzt müssen Vorbereitungen getroffen werden, dass die dabei erreichten beachtlichen Ergebnisse auch langfristig gesichert werden können. Die Managementstrukturen des Naturschutzgroßprojektes haben sich als arbeitsfähig erwiesen und sollten ausgebaut werden. Der Status eines Biosphärenreservates böte zum Beispiel den idealen Rahmen für Naturschutz in dieser Kulturlandschaftsregion. Jenseits der Staatsgrenze schließt sich der tschechische Naturpark Östliches Erzgebirge (Přírodni park Východní Krušné Hory) an, dessen Einbeziehung in ein grenzüberschreitendes Biosphärenreservat sich geradezu anbietet.

Aktivitäten des Naturschutz im Bereich der Bergwiesen des Osterzgebirges haben bereits eine lange Tradition:
Der Naturschutz für die einzigartigen Bergwiesen im Osterzgebirge begann bereits in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Botaniker und Heimatforscher erwarben 1925 mit dem „Landesverein Sächsischer Heimatschutz“ die ersten 10 ha floristisch herausragende Bergwiesen. Die Flächen wurden daraufhin wie ein Schutzgebiet behandelt und nach naturschutzfachlichen Vorgaben bewirtschaftet (z. B. Mahdtermin erst nach dem 15. Juli, um das Ausblühen der wertvollen Pflanzen zu gewährleisten), hatten aber noch keine rechtliche Sicherung. Große Flächen des ca. 1.800 ha großen Kerngebietes konnten mittlerweile durch Ankauf oder langjährige Pacht dauerhaft gesichert werden. Zusätzlich wurden in den letzten Jahren bestehende Naturschutzgebiete ausgeweitet bzw. neuausgewiesen.

Viele Gehölzbiotope des Offenlandes sind auf regelmäßige oder zumindest sporadische Pflege angewiesen, um ihren Wert für die biologische Vielfalt zu bewahren.
Dazu gehört auch das gelegentliche Auf-Stock-Setzen der gebietstypischen Steinrücken.

Viele dieser ehemaligen Kulturlandschaftsbiotope, die durch Melioration oder Brachfallung ihren naturschutzfachlichen Wert eingebüßt hatten, wurden durch umfangreiche Ersteinrichtungsmaßnahmen wie Entbuschung, Wiedervernässung oder "Scheiben" mit nachfolgender Mähgutübertragung wieder hergestellt, davon allein ca. 60 km Steinrücken. Besonders deutlich werden die Erfolge durch die regelmäßige Erfassung der Bestände ausgewählter gefährdeter Arten. So können für viele Tier- und Pflanzenarten, z. B. Wachtelkönig, Arnika, Trollblume oder Feuerlilie, bereits herausragende Bestandszunahmen verzeichnet werden.

Vor Ort konnte Wolfram Günther sich u.a. von den herrlich blühenden Knabenkräutern, Trollblumen und Arnika überzeugen. Das Fazit war eindeutig:
Ein solch erfolgreiches Naturschutzprojekt, welches auch regionale tragfähige wirtschaftliche Perspektiven für die Landnutzer der Umgebung geschaffen hat, verdient es fortgesetzt zu werden. Warum eigentlich nicht als grenzüberschreitendes Biosphärenreservat?

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