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Legaler und illegaler Drogenkonsum in Sachsen nehmen zu

Nach langem Drängen der GRÜNEN-Fraktion hat Sozialministerin Christine Clauß (CDU) nach nunmehr fünf Jahren im Januar 2014 den 2. Sächsischen Drogen- und Suchtbericht vorgelegt. Die Zahlen zeigen, dass der legale und illegale Drogenkonsum in Sachsen weiter zunimmt. Die Sucht- und Beratungsstellen müssen rund ein Viertel Beratungsfälle mehr betreuen als 2009. Der bundesweite registrierte Anstieg des Alkoholmissbrauchs schlägt sich auch in Sachsen deutlich nieder. 55 Prozent aller Menschen, die eine Suchtberatungs- und -behandlungsstelle aufsuchen, haben ein Alkoholproblem. Alarmierend ist die Zahl der Crystal-Konsumenten. Allein im Vergleich der Jahre 2012 und 2013 ist die Zahl der Hilfesuchenden um 40 Prozent gestiegen.

Hinter all diesen Zahlen stehen Menschen, die Hilfe benötigen. Ein Gesamtkonzept, wie die Bekämpfung der vielfältigen Suchterkrankungen aussehen könnte, exisitiert in Sachsen nicht. Die GRÜNE-Fraktion hatte bereits 2012 einen Antrag eingebracht, in dem die Staatsregierung dazu aufgefordert wurde, einen Landessuchthilfeplan vorzulegen. Dieser sollte die Fortentwicklung der Bereiche Prävention sowie ambulante und stationäre Versorgung enthalten und die Möglichkeiten zur Selbsthilfe erfassen. Ein Sonderfall ist die Droge Crystal. Aufgrund des stark zunehmenden Konsums muss Sachsen dringend ein umfassendes Hilfspaket entwickeln, das auch die Kinder- und Jugendhilfe einschließt.
Für diese Forderungen konnte die GRÜNE-Fraktion bislang keine Mehrheit finden. Da der vorliegende Suchtbericht die in Sachsen herrschenden Probleme noch einmal deutlich benennt, folgen nun hoffentlich Konsequenzen. Doch vergeblich: Der von Innenminister Markus Ulbig im Mai 2014 vorgelegte 10-Punkte-Plan setzt auf Information, Beratung und Behandlung sowie auf Repression. Allerdings wird für keinen der Bereiche im laufenden Haushaltsjahr mehr Geld bzw. Personal zur Verfügung gestellt. Die Suchtberatungsstellen können frühestens im nächsten Doppelhaushalt mit mehr Geld rechnen. Die sozialpolitische Sprecherin der GRÜNEN-Fraktion, Elke Herrmann, kritisiert, dass die gezielte Vermittlung von Crystal Usern in die Suchtberatungsstellen ins Leere läuft, wenn diese keine Kapazitäten für Beratung und Behandlung haben.

"Prävention ist nicht allein Information. Kinder und Jugendliche brauchen Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen. Diese Unterstützung suchen sie nicht immer in der Schule. Deshalb müssen mehr Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit gefördert werden", ist Herrmann überzeugt. Doch auch bei der Kinder- und Jugendarbeit soll der Landesetat gleich (niedrig) bleiben auf dem Niveau des Kürzungshaushalts von 2011/2012, was zahlreiche Träger perpektivisch zur Aufgabe drängen wird.

» GRÜNER Antrag "Crystal - Sofortprogramm zur Stärkung der ambulanten Suchtberatung in Sachsen" (Drs. 5/10944)

» GRÜNER Antrag "Landessuchthilfeplan vorlegen" (Drs. 5/9501)

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