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Diskussion zur Abbestellung der Bahnstrecke Döbeln-Meißen am 16. März in Roßwein

Am 16. März 2015 fand in Roßwein eine Diskussionsveranstaltung zum Thema: „Rücknahme der Abbestellung von der Bahnstrecke Döbeln-Meißen für den Personenverkehr“ statt.
Trotz massiver Bürgerproteste und verschiedener parlamentarischer Initiativen vonseiten der GRÜNEN hat der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) und der Verkehrsverbund Mittelsachsen den Beschluss gefasst, die SPNV-Leistung der RB 110 auf dem Streckenabschnitt zwischen Döbeln Hbf. und Meißen nicht über den Dezember 2015 hinaus zu bestellen. Stattdessen soll auf diesem Abschnitt (Döbeln–Meißen) ab Mitte Dezember 2015 auf einen „an der Nachfrage orientierten Busverkehr“ umgestellt werden.

Der Grüne Landtagsabgeordnete Wolfram Günther moderierte den Abend mit der Zielstellung, nicht nur wieder die bekannten Argumente gegen oder für die Streckenabbestellung auszutauschen, sondern konstruktive Möglichkeiten zu finden, die Abbestellung der RB 110 im Dezember auszusetzen. Eine dieser Möglichkeiten, die an diesem Abend immer wieder zur Sprache kam, war ein Moratorium zur Abbestellung der Bahnverbindung, bis die neu eingesetzte Strukturkommission des Landes einen entsprechenden Bericht vorlegt, der Grundlage einer neuen Entscheidung sein sollte. Da dieser Bericht wahrscheinlich nicht mehr in diesem Jahr vorliegt, wäre es bis dahin ohne Moratorium für die Bahnstrecke Döbeln–Meißen zu spät, oder wie der ehemalige GRÜNE-Bundestagsabgeordnete Peter Hettlich auf der Veranstaltung treffend bemerkte: „Was einmal weg ist, ist weg.“

Die von den Vertretern der Verkehrsverbünde immer wieder betonte zu geringe Auslastung der Bahnstrecke ist nach Ansicht der Bürger ein hausgemachtes Problem.  Jahrelanger Schienenersatzverkehr auf verschiedenen Abschnitten , parallel fahrende Busse, schlechte Taktzeiten, hohe Tarife durch die Querung von 3 Tarifzonen, Abschaffung von Berufsverkehrszügen all dies führte zur jetzigen Situation. Vorschläge von Bürgern und unabhängigen Fachleuten, wie durch einen kombinierten Bahn und Busverkehr, die Einbindung der Schülerbeförderung und  einem bedarfsgerechten Fahrplan, die Auslastung spürbar erhöht werden könnte, fanden bislang kein Gehör. Statt die Ideen der Bürger einzubeziehen, die ja die Experten für ihre Lebenssituation vor Ort sind, wird weiterhin an Gutachten von Fremdfirmen festgehalten, die der Grüne Kreisrat Peter Wunderwald aus Nossen treffend als Gefälligkeitsgutachten bezeichnete. „Keiner will für viel Geld leere Züge durch die Gegend fahren lassen, lassen Sie uns Schritte gehen, die Züge wieder zu füllen“, so die klare Aussage der anwesenden Bürger.

Neben der Streckenauslastung wurden auch immer wieder die sehr begrenzten finanziellen Möglichkeiten von den Vertretern der Verkehrsverbünde zur Sprache gebracht. Eva Jähnigen, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion, ging in ihrem Redebeitrag auf die finanziellen Zwänge der Verkehrsverbünde ein:  „Wir brauchen mehr Geld im System“, so ihre klare Forderung gerade auch in Bezug auf die Auszahlung von mehr Regionalisierungsmitteln an die sächsischen Verkehrszweckverbünde.

Kein Vertreter der Verkehrsverbünde konnte sich zu einer klaren Aussage bezüglich der Rücknahme der Abbestellung von der Bahnstrecke Döbeln-Meißen für den Personenverkehr durchringen. Es bleibt die Hoffnung, dass ein Moratorium zur Abbestellung auf Landesebene bis zu einer Empfehlung der Strukturkommission angestoßen wird.

» konkrete Vorschläge der Grünen Landtagsfraktion  für eine Verbesserung des Bahnverkehrs, konkret auch für diese Bahnstrecke, in der Broschüre Sachsen Takt 21

» Positionspapier der GRÜNEN-Landtagsfraktion zur Perspektive der Bahnstrecke Meißen–Nossen–Döbeln–Leipzig

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