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Qualität beim Stadtumbau Ost

Auf eine Besichtungstour in Dresden unter dem Motto Stadtumbau Ost gingen am 22. Mai 2006 Peter Hettlich (Bundestagsabgeordneter, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Dr. Karl-Heinz Gerstenberg (Parlamentarischer Geschäftsführer der GRÜNEN-Fraktion im Sächsischen Landtag) sowie Eva Jähnigen und Stephan Kühn von der Dresdner Stadtratsfraktion.

Ein Austausch über die Konzentration sozialer Probleme in der Plattenbausiedlung Prohlis stand am Vormittag auf dem Programm. Durch das Fördergebiet Dresden-Prohlis des bestehenden Bund - Länder - Programms "Soziale Stadt" führte eine Vertreterin des Stadtplanungsamts und ein Vertreter der WOBA. Bei dem Rundgang wurde deutlich, dass dank des in Prohlis praktizierten Quartiersmanagements die vielfältigen Aktivitäten der Bewohnerinnen und Bewohner besser vernetzt, zusätzliche Ideen wie Stadtteilzeitung, die Ausbildung von Streitschlichtungsteams sowie die Organisation von ehrenamtlichen Deutschkursen für Aussiedlerinnen und Aussiedler realisiert werden konnten.

Das Instrument Quartiersmanagement zeichnet sich zum einen durch die Zusammenführung von Akteuren aus den Bereichen Verwaltung, privater Wirtschaft, Vereinen und nicht-organisierten Anwohnern aus. Ziel dabei ist eine Integration der unterschiedlichen Aspekte Wirtschaftsförderung, sozialer Befähigung und baulicher Stadtteilentwicklung. Zugleich geht es um die Anregung zur Selbsthilfe, die Entwicklung von Verantwortung für das Stadtquartier und langfristig um die Schaffung von selbsttragenden Bewohnerorganisationen. Unter allen Beteiligten war unstrittig, dass eine dauerhafte Sicherung der Finanzierung von Quartiersmanagement gerade in Prohlis gewährleistet werden muss.

Anschließend war eine Rundfahrt durch WOBA-Wohngebiete geplant, die als Grundlage einer Diskussion über Abriss (z.B. Sternhäuser) und Sanierung bilden sollte. Bei mehr als 40 % Leerstand ist ein Abriss dieser Häuser zwar wirtschaftlich und stadtplanerisch nachvollziehbar, sie stößt allerdings auf erhebliche Akzeptanzschwierigkeiten bei der dort teilweise seit 1978
wohnenden Bevölkerung.

Am Nachmittag wurde der Dresdner Stadtteil Friedrichstadt besucht, der durch einen besonders hohen Leerstand von Wohn- und Geschäftshäusern und weite Brachflächen gekennzeichnet ist. Vor Ort sollte über mögliche Chancen und Potentiale dieses Stadtteils nachgedacht werden. Die Nähe der Friedrichstadt zum Zentrum von Dresden bietet dabei ein bislang ungenutztes Potential. Mit der Ausweisung der Friedrichstadt zum Sanierungsgebiet gibt es zwar erste Ansätze einer offensiveren Quartiersentwicklung, jedoch ist das Gebiet mit ca. 3500 Einwohnern zu klein, um in das Förderprogramm "Soziale Stadt" aufgenommen zu werden.

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